Kaputtsparen ist nicht:

Über 1.000 Beschäftigte demonstrieren gegen Management-Pläne von Osram

  • 18.11.2019
  • Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Am heutigen Aktionstag zeigten gut tausend Osram-Beschäftigte an den Standorten Berlin und München, dass sie den erneuten Entlassungsplänen des Managements so gar nichts abgewinnen können.

Her mit dem Zukunftskonzept! Foto: Christian v. Polentz / transitfoto.de

Was die Beschäftigten von ihnen halten, konnte die Chef-Etage von Osram heute live aus ihren Ledersesseln beobachten: Mehr als 1.000 Beschäftigte – 350 in Berlin und 800 in München – zogen heute vor die Osram-Firmensitze und machten lautstark deutlich, dass nun endlich mal Schluss sein muss mit dem ewigen Stellenabbau.

„Wir brauchen Manager, die sich den Standorten und der Weiterentwicklung verpflichtet fühlen“, sagte beispielsweise Regina Katerndahl, die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin in ihrer Rede. „Manager, die den Mut, das Durchhaltevermögen und die Kraft besitzen, sich gegen kurzfristige Renditeerwartungen zu stellen.“

Davon ist im Osram-Management derzeit nicht viel merken. Als wenn es im Unternehmen mit der drohenden AMS-Übernahme nicht schon genug Unruhe gäbe, assistiert die Chefetage nun auch noch mit drastischen Personalkürzungsplänen. Bundesweit sollen 800 Osram-Beschäftigte ihren Hut nehmen, davon wohl allein 200 Beschäftigte in Berlin.

Dass sie das nicht unwidersprochen hinnehmen werden, machten die Berliner Beschäftigten heute sehr deutlich. Gemeinsam mit Beschäftigten und IG Metall-Vertrauensleuten aus den benachbarten Siemens-Standorten Dynamowerk und Schaltwerk sowie von Ledvance lauschten sie den Reden von Betriebsräten, IG MetallerInnen und der des Bundestagsabgeordneten Swen Schulz (SPD).

Beherrschende Themen in den Reden waren die geplante Übernahme durch AMS sowie das gebrochene Versprechen des Managements, das vereinbarte Zukunftskonzept von 2017 umzusetzen. Swen Schulz machte als Bundestagsabgeordneter deutlich, dass er die 2017 dem Osram-Management angebotene politische Unterstützung weiterhin aufrecht erhalte, wenn es um die Zukunftsfähigkeit des Berliner Standortes zu sichern. Doch bisher habe sich aus dem Management „keiner bei mir gemeldet“, so Schulz auf der Kundgebung. 

„Das war eine sehr beeindruckende Kundgebung mit einer hohen Beteiligung. Ich habe diesmal auch viele Kolleginnen und Kollegen gesehen, die sonst nicht immer dabei sind“, sagte Thomas Wetzel, Betriebsratsvorsitzender in Berlin und Mitglied des Aufsichtsrates von Osram. „Das zeigt, dass alle verstanden haben, dass es jetzt sehr ernst wird.“


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