Solidarität unter Gewerkschafter*innen:

„Unser Kiez braucht Galeria“

  • 03.07.2020
  • Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Senioren, Betriebsräte/Vertrauensleute

Gleich sechs (!) der elf Berliner Warenhäuser will der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließen – und 1.000 der 2.100 Beschäftigten vor die Tür setzen und entlassen. Berliner IG Metaller*innen zeigten, dass sie damit nicht einverstanden sind und zeigen sich solidarisch mit den Kolleg*innen der Gewerkschaft ver.di.

Hartmut Meyer vom Seniorenarbeitskreis, Sören Lieske von der IG Metall Berlin, Betriebsrat Izzet Kalkan von OTIS E S und Gülhanim Arslan vom Arbeitskreis Migration unterstützen die Kolleg*innen beim Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof

„So geht das gar nicht. Die Arbeitgeber nutzen die Corona-Krise, um in ihrem Windschatten in Berlin einfach mal tausend Beschäftigte auf die Straße zu setzen“, sagt Sören Lieske, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin. Daher Berliner Metaller*innen sich auf, um die Beschäftigten des Warenhauskonzerns bei ihrer Menschenkette vor einer Filiale im Wedding zu unterstützen. Unter ihnen unter anderem Hartmut Meyer vom Seniorenarbeitskreis, Betriebsrat Izzet Kalkan von OTIS E S und Gülhanim Arslan.

Am 19. Juni hatte das Management nach Verhandlungen mit ver.di verkündet, bundesweit 62 Filialen schließen zu  wollen. Für 6.000 Beschäftigte und ihre Familien droht damit Arbeitslosigkeit und Einkommensverlust. Der Berliner Senat hat angekündigt, mit den Vermietern der Warenhäuser über mögliche Fortführungsperspektiven für den jeweiligen Standort und damit die Sicherung von Arbeitsplätzen sprechen zu wollen, meldete der rbb. Der Senat hoffe, über eine Neuverhandlung der Mietverträge die Filialen wirtschaftlich zu entlasten und zu retten.

„Ob Metallindustrie oder Handel: Oft sind die Beschäftigten einem verantwortungslosen Management ausgeliefert, deren einziges Ziel es ist, den kurzfristigen Renditeerwartungen der Investoren zu genügen", sagt Sören Lieske. „Dagegen müssen wir uns als Gewerkschafter*innen gemeinsam gesellschaftlich engagieren. Es muss in Zukunft darum gehen, eine nachhaltige Unternehmenspolitik mit langfristigen Perspektiven für Beschäftigte zu entwickeln."

Solidarität unter Gewerkschafter*innen: In den jetzt rauer werdenden Zeiten wird das wichtiger werden.