04.09.2025 | Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner (CDU), besuchte heute am Vormittag gemeinsam mit Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, das Mercedes-Benz Werk in Marienfelde. Am Nachmittag wird die Werkstour bei Procter & Gamble (Gillette) in Berlin-Tempelhof fortgesetzt.
Es ist inzwischen eine gute Tradition, dass der Regierende Bürgermeister sich die Zeit nimmt, einen Eindruck von der aktuellen Lage der Berliner Industrie zu erhalten. Die
IG Metall Berlin ist auf seine Initiative mit dabei. Beide Werke haben in Berlin eine langjährige Geschichte und meistern mit ihren Beschäftigten die Transformation. Die Werkstouren werden auch von Betriebsräten begleitet, die Themen der Arbeitnehmenden ansprechen können. Im Juli hatten Kai Wegner und Jan Otto schon GE Power und CARIAD besucht.
Um 10.00 Uhr startete die Werkstour im Mercedes-Benz Werk. Heute arbeiten noch rund 1.850 Beschäftigte im ältesten produzierenden Werk des Konzerns. Im September 2020 hatte das Management von Mercedes-Benz angekündigt, nicht mehr in die Motorenproduktion im Werk in Berlin investieren zu wollen. Nach einem harten und aktiven Widerstand der Belegschaft gemeinsam mit der IG Metall wurde zwei Jahre später der Digital Campus in Berlin-Marienfelde eröffnet. Heute ist aus einer drohenden Werksschließung des ältesten produzierenden Werks von Mercedes-Benz der Weg frei, dass das Werk ein Leuchtturm der Transformation wird.
„Im Mercedes-Benz Werk ist die Transformation in vollem Gange. Der IG Metall ist es wichtig, dass bei den laufenden Prozessen der Umstellung auf ein neues Produkt und den Digital Campus, auch die Arbeitsplätze transformiert werden, so dass die Beschäftigten im Werk bleiben“, so Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin. „Schon heute werden die Beschäftigten zum Teil umgeschult und weitergebildet. Ihre Arbeitsplätze müssen zukunftsfest gemacht werden.“
Am Nachmittag setzen Kai Wegner und Jan Otto ihre Werkstour um 14.30 Uhr bei Procter & Gamble fort. Im Berliner Werk in Tempelhof produzieren rund 550 Beschäftigte die weltweit gefragten Premium-Rasiersysteme von Gillette für den Weltmarkt. Das Werk blickt auf fast 100 Jahre Tradition zurück. Die Beschäftigten haben mit ihrem Betriebsrat und der IG Metall einige Krisen gemeistert und schon 2023 einen Zukunftstarifvertrag geschlossen, der eine langfristige Perspektive mit Beschäftigungssicherung und Kündigungsschutz für den Standort Berlin bietet. Dieser wurde bis Juni 2031 verlängert. Das Berliner Werk hat sich durch den Zukunftstarifvertrag in den letzten Jahren eine Führungsrolle im Konzern erarbeitet.
„Mit dem Zukunftstarifvertrag haben wir einen stabilen Rahmen geschaffen, um die Produktion in Berlin zu halten, die Beschäftigung zu sichern und kontinuierlich die Fertigungsprozesse im Werk weiterzuentwickeln. Das Werk hat eine stabile Zukunft und entwickelt sich sehr gut“, so Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin. „Im Werk arbeiten die Beschäftigten 36 Stunden pro Woche grundsätzlich an vier Tagen und es werden automatisierte Nachtschichten gefahren. Bei Procter & Gamble wird sichtbar, dass eine erfolgreiche Zukunftssicherung der deutschen Industrie nur mit einer starken IG Metall möglich ist. “
Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0177 59 63 859, aw(at)aweingart.de
Hintergrund:
Mercedes-Benz AG Werk Berlin, Marienfelde:
Rund 1.850 Beschäftigte produzieren in Berlin unter anderem Komponenten für E-Drive-Systeme. Im Werk soll künftig auch der hocheffiziente Axialfluss-Motor produziert werden. Im Digital Campus werden seit 2022 wegweisende MO360 Softwareapplikationen entwickelt, erprobt und implementiert. Berlin wird damit zum Kompetenzzentrum für Digitalisierung. Im Campus werden auch Beschäftigte qualifiziert und trainiert. Das Unternehmen spricht von „der Transformation eines Produktionsstandortes hin zu einem Kompetenzzentrum für Digitalisierung und Produktion im Bereich der E-Mobilität.“
Procter & Gamble in Berlin-Tempelhof:
Rund 550 Beschäftigte fertigen bei Procter & Gamble in Berlin Premium-Rasiersysteme für den Weltmarkt. Die modernsten Nassrasur-Systemrasierer kommen seit fast 100 Jahren aus dem Gillette Werk im Herzen von Tempelhof. Ein kleiner Teil der Belegschaft arbeitet in der Entwicklung.