Nach hartem Ringen

Verhandlungsergebnis bei Atos erreicht

  • 14.07.2016
  • sst
  • Aktuelles, Tarif 2016

In mehreren bundesweiten Warnstreiks hatten die Atos-Beschäftigten Druck auf ihren Arbeitgeber ausgeübt. Vergangenen Donnerstag hat die Tarifkommission einem vorläufigen Ergebnis zugestimmt.

Mit dem in den Verhandlungen am 12. und 13. Juli erreichten Kompromiss werden wichtige Eckpunkte festgehalten, für die auch die Berliner Atos-Beschäftigten seit Wochen demonstriert, diskutiert und mit Warnstreiks Druck erzeugt hatten. Das Ergebnis steht unter dem Vorbehalt einer Gesamteinigung bis zum 6. September 2016, bei der auch die bisher in der Verhandlung offen gebliebenen Punkte geklärt sein müssen. Sonst ist die Vereinbarung nichtig und die Beschäftigten werden ihren Arbeitskampf fortsetzen.

Das Ergebnis der Verhandlungen sieht folgendes vor:

  • Zum 1. September 2016 werden die Tarifgehälter um 3,4 Prozent angehoben und damit die Tariferhöhung der Metall- und Elektroindustrie (M & E) aus dem Jahr 2015 nachgeholt.
  • Um Arbeitsplätze zu sichern, wird die Arbeitszeit kollektiv ohne Entgeltausgleich um 1,9 Prozent verringert. Das bedeutet für Vollzeitbeschäftigte 4,5 zusätzliche freie Tage pro Jahr, in 2016 entsprechend 1,5 Tage. Die Tariferhöhung von 3,4 Prozent erfolgt also in der Form, dass jeder Beschäftigte mindestens 1,5 Prozent in Geld und 1,9 Prozent in Zeit erhält.
  • Am 1. November 2016 werden entsprechend der Tarifergebnisse 2016 der M & E die Tabellenwerte um weitere 2,8 Prozent angehoben. Dies bedeutet auf Grund der bei Atos geltenden Tarifbänder (= Korridore innerhalb deren sich die Vergütung für Beschäftigte einer bestimmten Entgeltgruppe bewegen muss) dann für etwa ein Viertel der Kolleginnen und Kollegen einen Anspruch auf tatsächliche Gehaltserhöhungen.
  • IG Metall Mitglieder erhalten zusätzlich einen einmaligen Bonus in Höhe von 210 Euro (156 Euro netto), der Anfang 2017 ausgezahlt wird.

Dieses Verhandlungsergebnis steht unter dem Vorbehalt einer noch zu treffenden Zusage von Atos, die Tariferhöhung der M & E  für 2017 in Höhe von zwei Prozent tarifvertragskonform umzusetzen und langfristig an der Tarifbindung festzuhalten. Erst dann erklärt sich die IG Metall bereit, über die geforderte Veränderung der Anbindung an die Tariferhöhungen der Metall- und Elektroindustrie zu verhandeln.

Das Spitzengespräch zwischen IG Metall Vorstand und der französischen Unternehmensleitung zur Klärung dieser Punkte soll bis zum 6. September stattgefunden haben. „Wir gehen davon aus, dass dort auch eine Einigung erzielt wird“, sagte Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der Geschäftsstelle Berlin. „Aber falls nicht, wissen die Beschäftigten jetzt, wie sie ihren Forderungen weiter Nachdruck verleihen werden.“


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