Siemens TVSV

Verhandlungsergebnis für die Siemens Niederlassungen!

18.07.2025 | Am 14. Juli haben sich die Tarifparteien auf eine Überführung der Beschäftigten im Geltungsbereich der TVSV in die regionalen Flächentarifverträge der Metall- und Elektroindustrie verständigt. In Berlin haben die Mitglieder mit ihrer Zustimmung am 17. Juli den Weg für das Verhandlungsergebnis frei gemacht.

Aktion im Herbst 2024 - Foto: IG Metall

Mehr als zwei Jahre Planung, Vorbereitung, Mobilisierung und teils schwierige Verhandlungen haben sich gelohnt. Vorbehaltlich der auf beiden Seiten erforderlichen Zustimmung ist damit nach mehr als 20 Jahren das Ende der tariflichen Benachteiligung für rund 12.000 Beschäftigte vor allem in den Siemens-Niederlassungen in Sicht. „Gemeinsam haben die Aktiven bei Siemens mit der IG Metall beharrlich und engagiert für das gute Ergebnis gearbeitet“, so Eileen Müller, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Berlin. „Wir danken allen Beteiligten, die diesen langen und nicht immer einfachen Prozess der Perspektive TVSV ermöglicht haben!“

Im Rahmen der Anfang Februar vereinbarten Eckpunkte haben beide Seiten Kompromisslösungen für die zentralen Themen - Angleichung der Arbeitszeit an den Flächentarif, Abschaffung der Qualifizierungsstunden, sukzessive Überführung in die Entgeltstruktur der Flächentarifverträge - gefunden. Das Gesamtpaket wurde in einem Verhandlungsergebnis formuliert und festgehalten.

Die Überführung soll schrittweise in den nächsten fünf Jahren erfolgen. Den Start macht bereits zu Beginn des nächsten Geschäftsjahres eine deutliche Reduzierung der Qualifizierungsstunden, die künftig nur noch für tatsächlich stattfindende Qualifizierung erbracht werden müssen. Weitere Faktoren wie tarifliche Arbeitszeit und Entgelt folgen schrittweise. Nach der Überführung in den nächsten fünf Jahren sind die Beschäftigten dann nach mehr als zwanzig Jahren zurück in der tariflichen Fläche.
 

Das Verhandlungsergebnis:

Ab 1. Oktober 2025 gibt es nur noch 30 Stunden Eigenanteil an Qualifizierung, also

❌ kein pauschaler Abzug von Stunden mehr.

❌ nicht genutzte Qualifizierungszeit muss nicht mehr eingearbeitet werden.

❌ Entfall dieser Übergangsregelung zum 30.09.2030

Ab Mai 2026:

  • individuelles Eingruppierungsverfahren mit mehrstufigen Mitbestimungsmöglichkeiten der örtlichen Betriebsräte und einem Schlichtungsverfahren (bis Oktober 2026).

Ab 1. Oktober 2026:

  • Abschaffung der Jahresarbeitszeit - die bisherige 35,8-Stunden-Woche wird auf 35 Stunden abgesenkt.
  • Entgelt nach den regionalen ERA-Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie:
  • Entgelte werden in bis zu vier Schritten an das Tarifniveau in der Fläche angepasst.(für außertariflich Beschäftigte bis zu fünf Schritte).
  • Besitzstandssicherung, eine ganz zentrale Forderung konnte ebenfalls umgesetzt werden. Niemand bekommt weniger Tarifentgelt; keine Verrechnung der Besitzstandssicherung mit zukünftigen Tariferhöhungen.

Zum 30. September 2030:

  • Wegfall der restlichen 30 Stunden Eigenanteil an der Qualifizierung.

Kantinenregelung

  • Abschaffung der Entgeltgruppe A0 – Überführung der betroffenen Beschäftigten in mind. A1.
  • Zwei Erhöhungen der Entgelttabellen für Kantinenbeschäftigte im Jahr 2026.
  • Zusätzlich: bereits vereinbarte Tariferhöhung im April 2026.
  • Und: Kantinen dürfen bis zum 31.12.2030 nicht outgesourct oder geschlossen werden.

Von: Siemens Dialog - Eileen Müller

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