Standort Deutschland langfristig gesichert!

Verhandlungsmarathon bei Redknee geht in die Endrunde

  • 16.09.2014
  • ab
  • Aktuelles

Berlin - Ein Stellenabbau von circa 100 der 371 Mitarbeiter war bei Redknee geplant. Nach zähen Verhandlungen ist nun ein Ergebnis in Sicht. Vor dem Haupteingang von Redknee Deutschland haben am 16. September die Beschäftigten protestiert.

Fast die gesamte Belegschaft war gekommen, um ihren Unmut über die ins Stocken geratenen Verhandlungen auszudrücken. Die IG Metall-Vertrauensleute hatten mit der Forderung „Perspektive 300 plus“ zur Protestdemonstration aufgerufen.

In den vergangenen Wochen hatte die Belegschaft - und vor allem die stetig wachsende Anzahl von IG Metall-Mitgliedern - immer wieder in konkreten Protestaktionen deutlich gemacht, dass sie ihre Verhandlungskommisson unterstützen. Die bisherigen Angebote der Arbeitgeber wurden strikt abgelehnt.

Die wichtigsten Forderungen waren:

  1. Vermeidung von betriebsbedingten Kündigungen durch ein attraktives Freiwilligenprogramm mit respektablen Abfindungen sowie den Einsatz von intelligenten Tarifinstrumenten wie dem TV Beschäftigungssicherung / Beschäftigungsaufbau (TV BeschBesch).

  2. Langfristige Sicherung des Standorts Deutschland

Dies alles ist in die Verhandlungen in der Nacht zum 16. September eingeflossen und mündete in einem Ergebnis, das der Betriebsrat noch abschließend bewerten muss.

"Der ausgehandelte Kompromiss besteht", so Andreas Buchwald, Gewerkschaftssektretär der IG Metall Berlin, "unter anderem darin, ein zerstörerisches Einigungsstellenverfahren abgewendet zu haben. Das hätte einen chaotischen Abbau über betriebsbedingte Kündigungen mit sich gebracht und am Ende den Standort nachhaltig ruiniert."

Weiterhin hat der Druck der Belegschaft dazu geführt, dass nun wesentlich weniger Beschäftigte ausscheiden müssen. Hinzu kommt eine Vereinbarung zur Standortsicherung und intelligente Lösungen zur Altersteilzeit und Arbeitszeitveringerung für einen begrenzten Zeitraum.

Das vom kanadischen Investor geforderte Einsparvolumen könnte somit erreicht werden. Die Reaktionen aus der Belegschaft auf den Zwischenbericht zeigen eine hohe Wertschätzung für den Einsatz und die Arbeit des Betriebsrats, auch wenn bei dem zu erwartenden Abschluss einige „Kröten dabei sind, die wir schlucken müssen“, so Karsten Rackwitz, Vertrauenskörperleiter im Unternehmen.

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