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Warnstreik bei Rhenus: Beschäftigte fordern 35-Stunden-Woche

09.02.2026 | Rund 150 Beschäftigte von Rhenus legten am Montagmittag die Arbeit nieder, um ihre Forderungen in der laufenden Tarifrunde zu unterstreichen. Sie fordern die Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich und die Angleichung zentraler tariflicher Leistungen an den Flächentarif.

Warnstreik bei Rhenus am 9. Februar - Foto: IG Metall Berlin

Am 9. Februar haben die Beschäftigten der Rhenus Automotive Logistics ein deutliches Zeichen gesetzt: 150 Kolleg*innen beteiligten sich am Mittag an einem Warnstreik, um ihren Forderungen in der laufenden Tarifrunde Nachdruck zu verleihen. Der Haustarifvertrag mit der IG Metall ist bereits zum 1. Januar ausgelaufen – bislang ohne ein ernstzunehmendes Angebot des Arbeitgebers.

Bei Rhenus arbeiten rund 240 Beschäftigte in der Kontraktlogistik für das BMW-Motorradwerk. Die Unterschiede zu den Arbeitsbedingungen im Flächentarifvertrag sind dabei deutlich. „Unsere Kolleg*innen arbeiten 37,5 Stunden pro Woche, während die Beschäftigten bei BMW nebenan mit 35 Stunden deutlich bessergestellt sind. Dort konnten Zeitkonten aufgebaut und auch wieder abgebaut werden. Wir hingegen waren im Dezember und Januar von Kurzarbeit betroffen“, erklärt Christian Bordynski, Betriebsratsvorsitzender bei Rhenus.

IG Metall fordert 35-Stunden-Woche

Die IG Metall fordert daher eine Absenkung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche bei vollem Lohnausgleich. Darüber hinaus sollen das tarifliche Zusatzgeld (T-ZUG A) eingeführt sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld an den Flächentarif angeglichen werden.

In den bisherigen Verhandlungen habe der Arbeitgeber mehrfach erklärt, ihm fehle die Fantasie, wie die Forderungen umgesetzt werden könnten. „Wir hoffen, dass dieser Warnstreik genau diese Fantasie anregt“, so Bordynski weiter.

Direkt im Anschluss an den Warnstreik startet die dritte Verhandlungsrunde. Die IG Metall macht klar: Ohne spürbare Fortschritte, insbesondere bei der Absenkung der Arbeitszeit, werden die Beschäftigten den Druck weiter erhöhen.

Von: Annika Schwarze

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