Pressemitteilung vom 8. Juli 2016

Warnstreik und Demonstration Montag,11. Juli, 10.30 Uhr, Am Studio 16, 12489 Berlin-Adlershof

  • 08.07.2016
  • sst
  • Pressemitteilungen

Atos auf Konfrontationskurs mit seinen Beschäftigten - Atos verweigert seinen hochqualifizierten Beschäftigten die vereinbarte Tariferhöhung und will die Tarifbindung aufweichen. Dagegen wehren sich die Beschäftigten – auch in Berlin. Im Vor- feld der nächsten Verhandlungsrunde am 12./13. Juli treten die Beschäftigten ab Montag, den 11. Juli 2016, 10.30 Uhr, in einen ganztägigen Warnstreik und demonstrieren ab 10.30 bis 11.30 Uhr vom Atos-Gebäude (Am Studio 16, 12489 Berlin-Adlershof) aus durch Adlershof.

Auch nach vier Verhandlungsrunden bietet Atos seinen 12.000 Beschäftigten in Deutschland nach anfänglichen 0,5 Prozent lediglich 3,4 Prozent Entgelterhöhung. Diese will das Unternehmen jedoch nur zahlen, wenn die IG Metall gleichzeitig einer Aufweichung der tarifvertraglichen Bestimmungen zustimmt. Entgelterhöhungen will das Unternehmen künftig nur leistungsbezogen bezahlen. Damit aber stellen sie die Regelungen des geltenden Tarifvertrags in Frage – das wollen Beschäftigte und IG Metall nicht.

Die angebotene Entgelterhöhung von 3,4 Prozent entspricht der den Beschäftigten laut Tarifvertrag zustehenden Lohnerhöhung von 2015. Für diese hatte Atos im vergangenen Jahr aufgrund wirtschaft- licher Schwierigkeiten um Aufschub gebeten. Vereinbart wurde jedoch, diese Erhöhung ab Mai 2016 an die Beschäftigten zu zahlen. Zudem wurde festgelegt, darüber zu verhandeln, wie die aufgescho- bene Tariferhöhung vom letzten Jahr gemeinsam mit der für 2016 vereinbarten Tariferhöhung der Metall- und Elektroindustrie umgesetzt werden sollen. Für die Beschäftigten wären dies 6,2 Prozent mehr Entgelt.

„Dass Atos jetzt die den Beschäftigten ohnehin zustehende Tariferhöhung an Bedingungen bindet, ist skandalös. Die Bilanzen von Atos zeigen, dass das Unternehmen wirtschaftlich wieder gut dasteht.

Einschnitte in die tarifvertraglichen Bestimmungen werden wir nicht hinnehmen“, sagt Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in Berlin.

Der unabhängige Wirtschaftsberater Thomas Wagner bestärkt die Beschäftigten in ihrem Widerstand. Die Weigerung, die Tariferhöhung zu zahlen, werde nicht der letzte Streitpunkt sein. Vielmehr verfolge Atos eine Strategie, unter Missachtung geltender tarifvertraglicher Regelungen Personalkosten einzu- sparen. Er empfahl deshalb der Belegschaft, sich im hohen Maße gewerkschaftlich zu organisieren, weil nur ein hoher Organisationsgrad dieser Strategie des Arbeitgebers wirksam begegnen könne.

Diese Strategie der Geschäftsführung empfinden die Beschäftigten als eine Provokation. Die meisten von ihnen sind hoch qualifiziert, leisten exzellente Arbeit, erwirtschaften die Gewinne des Unterneh- mens und wollen für ihre Leistungen auch fair bezahlt werden. Die IG Metall ruft deshalb die Beschäf- tigten zu einem Warnstreik auf.

Für Rückfragen: Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin, Mobil: 0171 2894914.


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