KFZ-Tarifrunde 2025

Warnstreiks bei Volkswagen Automobile Berlin (VAB) und Volkswagen Group Retail Berlin (VGRB)

22.07.2025 | Am Dienstag, dem 22. Juli 2025, sind Hunderte Beschäftigte von Volkswagen Automobile Berlin (VAB) und Volkswagen Group Retail Berlin (VGRB) dem Aufruf der IG Metall zum Warnstreik gefolgt und haben die Arbeit niedergelegt. Ihre Botschaft an die Arbeitgeber: In der laufenden Haustarifrunde stehen sie fest hinter ihren Forderungen.

Warnstreik bei Volkswagen Group Retail Berlin (VGRB) in Weissensee am 22. Juli 2025 - Fotos: IGM

Nach der Flächentarifrunde im Kfz-Handwerk starten nun auch die Haustarifrunden in Betrieben des Kfz-Handwerks in Berlin – und zwar mit einem deutlichen Signal der Beschäftigten: Am Dienstagvormittag legten die Kolleginnen und Kollegen bei Volkswagen Automobile Berlin (VAB) in Tempelhof und Volkswagen Group Retail Berlin (VGRB) in Weissensee von 11 bis 13 Uhr geschlossen die Arbeit nieder. Die Werkstätten kamen vollständig zum Erliegen.

Die Forderungen der IG Metall lauten auch in den Betrieben mit Haustarifvertrag:

  • 6,5 Prozent mehr Entgelt
  • 170 Euro mehr pro Monat für die Auszubildenden
  • eine Entlastungskomponente für die Beschäftigten
  • eine Bonusregelung für IG Metall-Mitglieder

Die Beschäftigten von Volkswagen Automobile Berlin, rund 1.250 an der Zahl, fordern darüber hinaus die Einführung von 30 Tagen Urlaub für alle – eine Regelung, die bei Volkswagen Group Retail Berlin mit rund 440 Beschäftigten bereits gilt. Angesichts steigender Lebenshaltungskosten und der hohen Belastung in den Betrieben ist das ein notwendiger und machbarer Schritt.

In Weissensee bei VGRB machten die Beschäftigten ihren Unmut und ihre Entschlossenheit in einer lautstarken Protestparade um das Betriebsgelände deutlich. Mit IG Metall-Fahnen, Trillerpfeifen und kämpferischen Rufen wurde klar: Die Belegschaft steht geschlossen hinter den Forderungen.

Auch bei VAB in der Oberlandstraße in Tempelhof legten die Beschäftigten geschlossen die Arbeit nieder. Im Anschluss an den Warnstreik wurde hier direkt die nächste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern aufgenommen. Vorher verabschiedeten die Kolleginnen und Kollegen ihre Verhandlungskommission mit viel Applaus und Zurufen. Auch die IG Metro Trummelgruppe waren vor Ort, um die Forderung der Beschäftigten lautstark zu unterstützen.

Bei Bratwurst, Getränken und strahlender Sonne wurde die Zeit des Warnstreiks genutzt, um sich auszutauschen, zu vernetzen und sich noch stärker hinter die gemeinsamen Forderungen zu stellen.

Lars Buchholz, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin, macht klar: "Wer gute und motivierte Fachkräfte in seinen Unternehmen möchte, sollte auch für gute Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen sorgen. Wer eine Abwanderung von guten Fachkräften verhindern will, darf sich einer deutlichen Entgeltsteigerung und Entlastung der Beschäftigten nicht verweigern."

Die heutigen Warnstreiks haben unmissverständlich gezeigt: Die Beschäftigten bei VAB und VGRB sind organisiert, entschlossen und bereit, für ihre berechtigten Forderungen einzustehen. Das Signal ist gesetzt. Jetzt liegt es an der Arbeitgeberseite, sich in den Verhandlungen zu bewegen.

Von: Annika Schwarze

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