Berufsschultour der IG Metall Berlin:

„Weißt Du, was eine Gewerkschaft ist?“

  • 15.01.2019
  • Marie Vassan
  • Aktuelles

Was machen diese Leute mit einem Stand voller Flyer in unserer Berufsschule? Dieser Gedanke ist in den letzten Monaten sicher vielen Berliner Metall-Azubis durch den Kopf geschossen. Die Antwort: Die IG Metall Berlin ist auf Berufsschultour und informiert die neuen Kolleginnen und Kollegen.

Mit Gewerkschaft ist besser: An gehende Metaller erkundigen sich während der Berufsschultour über ihren Beruf und darüber, was die IG Metall für sie bedeuten kann

Wen die Neugier packt, der kommt zu uns und freut sich, dass es hier erst einmal umsonst einen Kaffee gibt. Am Infostand knüpfen wir die ersten Kontakte.

Nein, hier wird nichts verkauft, sondern hier vermitteln wir Infos über die IG Metall, über Tarifverträge und darüber, was jede und jeder in seiner Ausbildung wissen sollte. Wir, das sind derzeit Simon Sternheimer als zuständiger politischer Sekretär der IG Metall Berlin, Michael Wolf, der als politischer Sekretär des Bezirks die Gewerkschaftstour organisiert, und ich, Marie Vassan, die gerade ein Praktikum in der IG Metall Berlin absolviert.

In den Schulklassen steigen wir dann tiefer ins Thema ein und sprechen über gerechte Arbeitsbedingungen. Ziel ist es zu zeigen, wie wichtig und legitim die Interessensvertretung der Beschäftigten ist, und dass man als Auszubildender das Recht hat, sich an der Gestaltung der Arbeitsverhältnisse zu beteiligen und seine Rechte geltend zu machen. Themen wie die Übernahme am Ende der Ausbildung, Überstunden und ausbildungsfremde Tätigkeiten gehören den Azubis und müssen in erster Linie von ihnen vertreten werden. Spätestens dann wissen alle, was eine Gewerkschaft macht.

Schwierig wird es, wenn Betriebe nicht tarifgebunden sind, besonders also bei kleineren Unternehmen. Manche werfen der IG Metall vor, dass sie für sie nichts unternehme. Genau das ist der springende Punkt. Die Gewerkschaft setzt sich aktiv für ihre Mitglieder ein. Dafür benötigt sie, dass Beschäftigte und Auszubildende sich aktiv einbringen und auch Mitglieder werden. Alle sollten wissen, dass man ohne gemeinsames Wirken keine Erfolge erzielen kann, dass keiner für einen kämpft, wenn man selbst nichts unternimmt. Solidarität ist der Grundstein jeglicher Errungenschaften der IG Metall.

Daher ist die Berufsschultour so wichtig. Denn wenn zukünftige Arbeitskräfte schon während der Ausbildung den Sinn einer effizienten Interessensvertretung erkennen, können wir in der Zukunft noch mehr erreichen.

 


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