Nach dem Gewerkschaftstag:

Wie gestalten wir unsere Altersversorgung besser?

  • 07.11.2019
  • Katrin Mohr, Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Bildergalerie, Jugend, Betriebsräte/Vertrauensleute

Der Gewerkschaftstag hat gezeigt, wie zentral das Thema Rente für die IG Metall ist. Am Dienstag diskutierten gut 45 Berliner IG Metallerinnen und Metaller mit Kerstin Schminke aus dem Vorstand, wie es weitergehen kann – und mit welchen Forderungen die IG Metall in die Diskussion gehen soll.

Gute Veranstaltung & gut besucht: die Rentendiskussion der IG Metall Berlin mit Kerstin Schminke vom Vorstand der IG Metall Fotos: Christian von Polentz

Das Thema brennt vielen Metaller*innen unter den Nägeln. Die gesetzliche Rente reicht auch bei vielen Beschäftigten der IG Metall-Branchen nicht mehr für eine auskömmliche Versorgung im Alter – und die nun schon viele Jahre andauernde Niedrigzinsphase lässt die Renditen für die private und die betriebliche Altersvorsorge ebenfalls stetig und deutlich sinken. Wie also schafft es die IG Metall, bessere Altersperspektiven für ihre Mitglieder  durchzusetzen?

Kerstin Schminke ist als politische Sekretärin beim IG Metall-Vorstand für Fragen der betrieblichen Altersvorsorge zuständig. Am Dienstag diskutierte sie mit den Mitgliedern der IG Metall Berlin in der Werkstatt der Kulturen in Neukölln die Ergebnisse des Gewerkschaftstages und stellte die verschiedenen Möglichkeiten vor, denen die IG Metall nachgehen kann.

Klar ist: Die Optionen sind vielfältig. Beispiele aus Nachbarländern wie Österreich oder Holland zeigen, dass die dortigen Rentenmodelle zu deutlich höheren Erträgen und damit einem sorgenfreieren und finanziell deutlich besser ausgestatteten dritten Lebensabschnitt führen.  Das macht das Thema aber nicht einfacher: Denn um Bewegung etwa in die gesetzliche Rentenversicherung in Deutschland zu bekommen – zum Beispiel mit der Beitragspflicht auch für Gutverdienende wie Selbständige und Beamte – braucht es politische Mehrheiten.

Auf der betrieblichen Ebene gibt es auch gute Möglichkeiten. Aber ebenfalls aktuelle Entwicklungen, die zu einer in der Regel stetigen Verringerung der tatsächlichen Betriebsrenten geführt haben. Einige Vorstandsetagen in Unternehmen würden sich des Themas Betriebsrente und betriebliche Altersvorsorge auch gern ganz entledigen. 

Auf allen diesen Handlungsebenen gilt es, klare Ziele zu formulieren. Aber auch über weitere Fragen nachzudenken: Macht es Sinn, das Thema Rente zwischen den Tarifparteien stärker zu verhandeln, so wie es der Gesetzgeber den Tarifparteien nahegelegt hat? Oder ist es nicht eher so, dass tarifliche Rentenforderungen keine gute Ideen sind, weil sie das Verteilungsvolumen in der Tarifrunde schmälern? Wollen wir über ein Sozialpartnermodell nachdenken oder gar ein eigenes Versorgungswerk gründen?

Die Diskussion mit Kerstin Schminke war intensiv und für alle sehr informativ. Aus dem Plenum kamen viele Anmerkungen und Anregungen, beispielsweise im Frühjahr eine Folgeveranstaltung zu organisieren. „Wir haben nach der Veranstaltung noch mit einigen Kollegen diskutiert und alle waren übereinstimmend der Meinung, dass das eine richtig gute Veranstaltung war“, sagt beispielsweise Günter Triebe aus dem Senioren-Arbeitskreis der IG Metall Berlin. „Ich bin selbst auch sehr zufrieden. Die Diskussion war sehr sachlich und macht Mut, das Thema weiter zu diskutieren.“ 

Das sieht auch Regina Katerndahl, die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin, so: „Der Gewerkschaftstag hat alle Gliederungen der IG Metall aufgerufen, das Thema Altersversorgung zu diskutieren. Das war jetzt unser erster Baustein dazu.“

 


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