Berliner IAV-Standort in Gefahr

Wirbel um Berliner Standort von VW-Tochter: Großer IAV-Demonstrationszug zieht durch Moabit

11.03.2026 | Der Konflikt um die Zukunft des Berliner Standorts des Automobil-Entwicklungsdienstleisters IAV spitzt sich weiter zu. Rund 450 Beschäftigte zogen am Dienstag in einem Demonstrationszug vom IAV-Stammsitz in der Carnotstraße bis zum IG Metall-Bildungszentrum. Mit Transparenten, Sprechchören und Redebeiträgen machten sie deutlich: Sie werden keinen Blindflug bei der Restrukturierung tolerieren.

450 Beschäftigte von IAV versammelten sich vor dem IG Metall-Bildungszentrum Berlin - Foto: IG Metall Berlin

Rund 450 Beschäftigte beteiligten sich am Dienstagmittag an dem Demonstrationszug, der am Berliner Stammsitz der IAV startete und durch Moabit bis zum IG Metall-Bildungszentrum in der Gotzkowskystraße führte. Dort endete die Demonstration mit einer gemeinsamen Kundgebung. Die Botschaft der Beschäftigten ist klar: Wenn es keine Klarheit über die Zukunft gibt, wird der Protest auf die Straße getragen. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Beschäftigten mit einer Protestaktion gegen die chaotische Restrukturierung mobilisiert.

Neben den Berliner Beschäftigten beteiligten sich auch Betriebsräte anderer deutscher IAV-Standorte an der Aktion. Sie waren eigens zur Unterstützung nach Berlin gekommen, um Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort zu zeigen.

Hintergrund: Unsicherheit über Zukunft des Standorts

Die Demonstration steht im direkten Zusammenhang mit den seit fast drei Monaten laufenden Verhandlungen zwischen IG Metall, Betriebsrat und Geschäftsführung über die strategische und personelle Zukunft des Unternehmens. Trotz inzwischen sieben Verhandlungsrunden liegt bislang weder ein überzeugendes Gesamtkonzept vor noch gibt es verbindliche Zusagen für die Arbeitsplätze, die nach dem geplanten Abbauprogramm erhalten bleiben sollen.

Ausgangspunkt des Konflikts ist die Ankündigung der Unternehmensleitung, im Jahr 2026 bundesweit rund 1.500 Stellen abbauen zu wollen. Bereits 2024 wurden etwa 600 Arbeitsplätze gestrichen – damals mit dem Versprechen, das Unternehmen damit wieder auf eine stabile wirtschaftliche Grundlage zu stellen.

Viele Beschäftigte sehen dieses Versprechen nun gebrochen. Besonders am Berliner Stammsitz wächst deshalb die Sorge, dass der Standort langfristig geschwächt oder sogar in Frage gestellt werden könnte.

Beschäftigte fordern klare Perspektive

Die Beschäftigten fordern daher eine nachvollziehbare Personal- und Bedarfsplanung sowie verbindliche Zusagen zur Sicherung der verbleibenden Arbeitsplätze. Die IG Metall stellt klar: Weitere Restrukturierungen dürften nicht im Blindflug stattfinden, sondern müssen Teil eines tragfähigen Zukunftskonzepts sein.

Von: Annika Schwarze

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