Berufsschultour der IG Metall:

Zeit für eine bessere Ausbildungsvergütung im Elektrohandwerk

  • 01.11.2019
  • Michael Wolf, Kathryn Kortmann
  • Aktuelles, Jugend, Betriebsräte/Vertrauensleute

„Mehr Geld für die Ausbildung? Muss sein!“ Dieser Forderung schlossen sich viele Auszubildende am Oberstufenzentrum Hein Möller in Berlin an. Die IG Metall-Berufsschultour war vor kurzem dort, um über das baldige Ende des aktuellen Auszubildendentarifvertrags im Elektrohandwerk zu informieren und ein Stimmungsbild der Wünsche und Zukunftsforderungen zu erfragen.

Erstmal informieren ...

... und dann für bessere Ausbildungsbedingungen unterschreiben. Einige sind gleich in die IG Metall eingetreten

 „Viele Betriebe suchen händeringend Fachkräfte, die in Zukunft gute Arbeit machen sollen. Dann sollten sie attraktive Bedingungen bieten, wenn sie gute Leute haben wollen“, sagt Simon Sternheimer, der Jugendsekretär der IG Metall Berlin. „Dazu zählen eine faire Ausbildungsvergütung mit höheren Ausbildungsvergütungen und besseren Entgelten für Jung-Gesell*innen.“

Zahlreiche Auszubildende bekräftigten während des Besuches von Simon Sternheimer und weiteren IG Metallerinnen und Metallern diese Forderungen. En gutes Dutzend Azubis trat gleich vor Ort in die IG Metall ein, viele unterzeichneten die Pinnwandaktion „Neuer Tarifvertrag für Azubis?!“

Hintergrund der Aktion der IG Metall an der Berufsschule ist, dass der aktuelle Tarifvertrag im Elektrohandwerk, von dem auch die Auszubildenden betroffen sind, am 31. Dezember ausläuft. Von 1998 an hatten die Beschäftigten im Berliner Elektrohandwerk viele Jahre gar keinen Tarifvertrag mit der IG Metall. Erst 2014 schlossen die Arbeitgeber wieder einen Tarifvertrag mit der IG Metall. In dem ist auch für die Auszubildenden noch Luft nach oben: Derzeit erhält ein Auszubildender 670 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 720 Euro im zweiten, 770 Euro im dritten und 820 Euro im vierten. 

„Ich finde es toll, dass ich als junger ehrenamtlicher Gewerkschafter an der Schule über Ausbildungsbedingungen diskutieren kann“, sagt Jim Frindert, IG Metall-Berufsschul-Teamer, als er aus einem Workshop über Mitbestimmung in der Ausbildung kommt. „Ich bin zuversichtlich, dass viele Auszubildende dafür einen kleinen Impuls mitgenommen haben, dass es möglich ist, die Arbeitsbedingungen selbst mitzugestalten.“

Und Robert Jahn, ebenfalls Berufsschul-Teamer der IG Metall sagt: „Heute Morgen habe ich im Radio gehört, dass Gewerkschaften out und nicht mehr zeitgemäß sind. Jetzt muss ich darüber schmunzeln, wenn ich erlebe, wie viele Auszubildende fragen, wie man mitmachen kann. Ich hoffe, sie lassen nicht locker und streiten mit uns für einen neuen Tarifvertrag im Elektrohandwerk.“

Wer die Vorteile einer IG Metall-Mitgliedschaft kennenlernen und Mitglied werden will: Hier geht‘s zu mehr Informationen.

 


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