Delegiertenversammlung am 5. Mai 2022

Zukunft selber machen: Rein in die IG Metall!

  • 06.05.2022
  • aw
  • Aktuelles

Geschäftsbericht, Impulsvortrag von Christiane Benner, der Zweiten Vorsitzenden der IG Metall, Vortrag zu den Sozialwahlen, letzter Bericht von Günter Triebe für die Revision und Abschied von Michael Rahmel, langjähriger Betriebsratsvorsitzender im Mercedes-Benz Werk. Ein volles Programm wartete auf die Delegierten der IG Metall Berlin.

Klaus Abel, Birgit Dietze, Michael Rahmel und Jan Otto - Foto: IG Metall

Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin, auf der Delegiertenversammlung am 5. Mai 2022 - Fotos: Melissa Gegner

Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte IG Metall Berlin

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG MEtall, digital zugeschaltet mit Impulsvortrag

Günter Triebe verabschiedet sich als Sprecher der Revision

Klaus Abel, ehem. Bevollmächtigter IG Metall Berlin würdigt Michael Rahmel

Bezirksleiterin Birgit Dietze würdigt Michael Rahmel

Delegierte

Delegierte der IG Metall Berlin

Jan Otto berichtete im Geschäftsbericht von den Betriebsratswahlen in Berlin. In vielen Betrieben wurde das Team IG Metall bestätigt oder es konnten sogar weitere Mandate für die IG Metall gewonnen werden. Und das, trotz der schwierigen Umstände in den Pandemiemonaten Anfang des Jahres.

Aber der Blick auf die Mitgliederzahlen in Berlin und bundesweit zeigt, dass jetzt alle mit voller Kraft die Kolleginnen und Kollegen für die IG Metall gewinnen müssen. „Wir haben eine harte Tarifrunde und viele wichtige politische Themen vor uns“, sagte Jan Otto, Erster Bevollmächtigter der IG Metall. „Das alles regelt sich nicht von selber und am Ende brauchen wir eine belastbare Macht-Basis – nämlich viele Mitglieder! Die Arbeitgeber arbeiten schon jetzt damit, die größte und schlimmste Krise aller Zeiten an die Wand zu malen. Jede und jeder Einzelne kann jetzt dazu beitragen, dass wir mehr werden, stärker werden. Sprecht Eure Kolleginnen und Kollegen an: Rein in die IG Metall!“

Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall, berichtete von der Sitzung der Tarifkommission im Bezirk am 4. Mai. Dort hatten viele Betriebe berichtet, dass die Auftragsbücher voll sind und eine klare Forderung lautet nach einem deutlichen Plus beim Entgelt. Jan Otto berichtete, dass Berlin 40 Mandate in der Tako hat und damit auch eine sehr große Verantwortung. Berlin ist in dieser Tarifrunde so wichtig wie nie zuvor. „Die Party ist diesmal auch klar bei uns!“ Mehr zur Tako hier.

In der Vorstellung des Beteiligungskonzeptes wies Regina Katerndahl darauf hin, dass bei einer höheren Forderung auch deutlich mehr in den Betrieben organisiert werden müsse. „Wir brauchen Euch in allen Betrieben, um zu diskutieren mit den Instrumenten Forderungscheck und Ansprache-App. Es geht um die direkte Ansprache. Mehr zum Beteiligungskonzept.

Regina Katerndahl erinnerte die Delegierten auch an die Betriebsräte-Fachkonferenz, auf der am 28. Juni noch Plätze frei sind. Zum Programm:

In der Diskussion zum Geschäftsbericht betonte René Marx, MAN Energy Solutions, dass die Anerkennung für die gute Arbeit auch in den kleinen Betrieben wichtig sei. „Wir werden natürlich intensiv an der Tarifrunde teilnehmen!“

Günter Triebe verabschiedete sich mit einem kurzen, launigen Bericht aus seinen 27 Jahren als Sprecher der Revision. Er legt allerdings nur dieses Amt nieder, im Ortsvorstand und im Arbeitskreis der Senioren wird er weiter intensiv mitarbeiten.

Christiane Benner, Zweite Vorsitzende der IG Metall, war digital aus Frankfurt zugeschaltet. In ihrem Impulsvortrag warf sie einen Blick auf die Themen, die vor uns liegen. „Die Erwartungshaltung vor der Tarifrunde sind klar. Die Forderung beim Stahl von 8,2 Prozent zeigt das. Eine Inflation, die derzeit bei mehr als 7 Prozent liegt, werden wir nicht alleine ausgleichen können. Wir müssen uns gut aufstellen und gut organisieren!“ Christiane Benner betonte, dass Berlin im letzten Jahr trotz Pandemie viele Mitglieder dazu gewonnen habe. Mit der Aktivenkonferenz und dem Beteiligungskonzept seien gute Impulse auch bundesweit gesetzt worden.

Ihren herzlichen Dank richtete sie an alle Betriebsrätinnen und Betriebsräte für die gelungenen Betriebsratswahlen trotz Pandemie. Sie erwähnte beispielhaft IAV mit der guten Mitgliederentwicklung, berichtete von den Betriebsratswahlen bei Tesla und dass bei SAP ein Metaller als Betriebsratsvorsitzender gewählt worden sei.

Die IG Metall mache sich jetzt auf den Weg, um vor dem Gewerkschaftstag 2023, eine künftige Konzeption der Arbeit der IG Metall mit den zwei Veränderungsprojekten „Die IG Metall vom Betrieb aus denken“ (Mehr dazu:)

Jan Otto betonte nach dem Vortrag, dass es wichtig sei, einen Blick auf die Tech-Welt in Berlin zu werfen. Inzwischen ist jede 6. neue Stelle in der Tech-Welt und es sind rund 150.000 Kolleginnen und Kollegen dort beschäftigt.

Klaus Abel, ehemaliger Bevollmächtigter in Berlin, und Birgit Dietze, Bezirksleiterin der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen, waren zur Delegiertenversammlung gekommen, um gemeinsam mit Jan Otto, Michael Rahmel, den langjährigen Betriebsratsvorsitzenden im Mercedes-Benz Werk zu verabschieden. Insgesamt 48 Jahre ist Michael Rahmel inzwischen Mitglied in der IG Metall, mit 15 eingetreten, berichtete Klaus Abel. „Du warst immer ein aktiver Metaller! Als Familienmensch, Fußballer, Trainer und Fan, dafür ganz großen Dank!“ Birgit Dietze dankte Michael Rahmel für sein Engagement, seine klare Haltung und gute Führung. „Du tauchst ein in die Menge und sprichst die Sprache Deiner Kolleginnen und Kollegen.“

Jan Otto berichtete von dem erfolgreichen und harten Kampf für die Zukunft des Mercedes-Benz Werks. „Wir hatten tolle Ideen, ein gutes Konzept für unseren Kampf und starke Mitglieder, aber es braucht auch einen Betriebsratsvorsitzenden, der diesen Weg mitgeht. Danke für Dein Vertrauen und Deine Kraft! Ich hätte gerne länger mit Dir zusammengearbeitet. Aber Du bleibst uns ja erhalten und wir werden uns noch oft sehen!“

Abschließend berichtete Katharina Grabietz, zuständig für die Sozialwahlen beim Vorstand der IG Metall in Frankfurt, über die Sozialwahlen nächstes Jahr. Insgesamt 50 Millionen Wahlberechtigte werden in der Sozialwahl aufgerufen, die Selbstverwaltungsgremien ihrer Sozialversicherungsträger zu wählen. Die Versicherten der Krankenkassen, Rentenversicherung und Unfallversicherungsträger können am 31. Mai 2023 viel bewirken. Bis Juli werden noch Interessierte gesucht, die sich zur Wahl stellen. Mehr dazu hier: