02.04.2025 | Am Mittwoch, 02. April 2025, hat die IG Metall Berlin die Beschäftigten von Porsche und Audi zu einem zweistündigen Warnstreik aufgerufen. Sie zeigten lautstark, dass sie geschlossen hinter ihrer Forderung stehen.
Am zweiten Warnstreiktag in der Kfz-Tarifrunde setzten die Beschäftigten ihre Forderungen mit voller Kraft fort. Am Mittwochvormittag versammelten sich rund 70 Kolleginnen und Kollegen vor der Porsche-Niederlassung und dem Audi Zentrum in Berlin-Charlottenburg, um ein starkes Signal in Richtung der Arbeitgeber zu senden. Gemeinsam mit der IG Metall fordern sie eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent, eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 170 Euro sowie eine Entlastungskomponente für die Beschäftigten.
Hohe Beteiligung am Warnstreik bei Porsche und Audi
Die Beschäftigten machten lautstark deutlich, dass ihre Forderungen mehr als gerechtfertigt sind. Andreas Siebler, Betriebsrat bei Porsche, zeigte sich zufrieden mit der hohen Beteiligung am Warnstreik: "Die Stimmung ist großartig. Besonders die junge Generation hat ihre Stimme erhoben und klar gemacht, dass die Entgelte und die Ausbildungsvergütungen dringend erhöht werden müssen."
Angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten und der hohen Belastungen in den Betrieben sind die Forderungen der IG Metall ein notwendiger und machbarer Schritt. Die Kfz-Branche steht wirtschaftlich stabil da, die Werkstätten sind gut ausgelastet, und qualifizierte Fachkräfte werden händeringend gesucht. Eine Nicht-Anpassung der Entgelte könnte das Handwerk langfristig unattraktiv machen – mit fatalen Folgen für die Zukunft der Branche.
Beschäftigte berichten von enormer Arbeitsbelastung
Eine aktuelle Beschäftigtenbefragung der IG Metall zeigt bereits, dass Kolleginnen und Kollegen insbesondere aufgrund mangelnder Wertschätzung und des hohen Arbeitsdrucks vermehrt die Betriebe verlassen. Andreas Siebler bestätigt die prekäre Lage: "Die Arbeitsbelastung ist enorm. Ich arbeite seit 21 Jahren bei Porsche und könnte im Betrieb schlafen, so viel ist zu tun." Auch Lars Buchholz, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin, mahnte in seiner Rede die Arbeitgeber zu mehr Anerkennung für die Beschäftigten: "Es ist Zeit, dass die harte Arbeit und das Engagement der Kolleginnen und Kollegen endlich die Wertschätzung bekommen, die sie verdienen."
Aktuell arbeiten rund 430.000 Menschen im Kfz-Handwerk, von denen 91.000 direkt von einem Tarifvertrag der IG Metall profitieren. Die IG Metall fordert 6,5 Prozent mehr Entgelt und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um 170 Euro bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Zudem will sie eine Entlastungskomponente für besonders belastete Beschäftigte erreichen.