Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie 2022

Metall-Tarifkommissionen fordern acht Prozent

  • 30.06.2022
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  • Aktuelles, Tarifrunde 2022, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die Tarifkommissionen der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen haben am 30. Juni einstimmig die Forderung nach acht Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten und im Abschluss eine soziale Komponente für die unteren Entgeltgruppen und die Auszubildenden in der Tarifrunde der Metall- und Elektroindustrie beschlossen.

Einstimmiger Beschluss der Tarifkommissionen in Leipzig. Fotos: Wolfgang Zeyen

Patric Succo, Vertrauenskörperleiter im Mercedes-Benz Werk und Mitglied der Tarifkommission

Lars Papenbrock, Betriebsratsvorsitzender bei Procter & Gamble und Mitglied der Tarifkommission

Die IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen setzt mit acht Prozent tabellenwirksamer Entgeltforderung ein deutliches Zeichen für eine kräftige Lohnerhöhung in der kommenden Tarifrunde. Die Kolleginnen und Kollegen in den Unternehmen wollen für ihre gute Arbeit angemessen bezahlt werden. Nur so können sie den rasant steigenden Lebenshaltungskosten begegnen. „Mit unserer Forderung beweisen wir trotzdem Augenmaß in schwierigen Zeiten, um den Tanker Deutschland auf Kurs zu halten. Das wissen auch die Arbeitgeber“, sagte Bezirksleiterin Birgit Dietze. „Daher wollen wir im Bezirk ein Ergebnis, das nah an unserer Forderung ist. Die soziale Komponente soll die Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen besonders entlasten.“

Eine so hohe Entgeltforderung stellen Gewerkschaften nur selten. Das letzte Mal forderte die IG Metall 2008 acht Prozent und setzte in einer zweistufigen Erhöhung 4,2 Prozent mehr Entgelt und 510 Euro Einmalzahlung durch. „Das wird uns diesmal nicht reichen“, so Birgit Dietze.

Die Tarifkommissionen des Bezirks haben am 30. Juni lange und intensiv beraten. Vorausgegangen waren etliche Diskussionen der IG Metall-Mitglieder in den Betrieben. Angesichts der aktuellen Preissteigerungen und der teilweise sehr guten Auftragslage in den Unternehmen hätte die Forderung rein rechnerisch höher ausfallen müssen. Doch Tarifpolitik kann gesellschaftliche Krisensituationen – Pandemien, Kriege, Finanzkrisen – nicht vollständig ausgleichen. „Hier muss die Politik für bessere Rahmenbedingungen sorgen, damit die Menschen im Land auch morgen noch Gas, Mobilität und Lebensmittel bezahlen können“, sagte Bezirksleiterin Birgit Dietze.

Spätestens am 12. Juli wird der IG Metall-Vorstand die Forderung beschließen. Tarifauftakt für den Bezirk ist am 10. September in Leipzig. Die Verhandlungen mit den Arbeitgebern starten am 14. September.

Weitere Informationen und Fotos auf www.igmetall-bbs.de

Ein Bericht zu allen Tarifkommissionen bundesweit steht auf www.igmetall.de