Betriebsräte in Berlin - Zwei von uns

Heute: Güngör Demirci und Frank Droge, BSH Bosch Siemens Hausgerätezentrum Wäschepflege

  • 30.03.2014
  • aw
  • Aktuelles, Betriebsratswahlen

Güngör Demirci ist seit 1981 freigestellter Betriebsrat und Betriebsratsvorsitzender bei BSH Bosch Siemens Hausgeräte. Gemeinsam mit seinem Stellvertreter Frank Droge - seit 2010 Mitglied des Betriebsrates - setzt er sich dafür ein, den Tarif zu behalten, für sichere Arbeitsplätze, eine moderne Arbeitswelt mit Telearbeit, guten Arbeitszeiten, guter Bezahlung und guten Pausenregelungen.

Foto: IG Metall

Güngör Demirci, 60, Betriebsratsvorsitzender, ist seit 1971 bei BSH Bosch und Siemens Hausgeräte. Seit 1981  ist er freigestellter Betriebsrat. Nach der Ausbildung zum Feinmechaniker hat er eine REFA-Ausbildung im Abendstudium absolviert. Danach hat er im Qualitätsmanagement der Waschmaschinenfabrik (FBW) in Gartenfeld als Auditprüfer gearbeitet.

Frank Droge, 46, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, ist seit 1985 Metaller und seit 2010 Mitglied des Betriebsrates und seit der Neuwahl 2012 -  wegen der Betriebsspaltung - stellvertretender Betriebsratsvorsitzender. Nach einer Ausbildung zum Elektroniker bei Siemens AG, hat er als Kundendiensttechniker der BSH gearbeitet. Nebenbei hat er den Handwerksmeister Elektrotechnik an der Handwerkskammer Berlin erworben. Seit 2001 arbeitet er im Qualitätsmanagement der Wäschepflege.

Warum bin ich Betriebsrat?

Güngör: Meine soziale Einstellung und mein Gerechtigkeitsempfinden haben mir keine andere Wahl gelassen. Ich setze mich gerne für ein besseres Arbeitsleben für alle abhängig Beschäftigten ein.

Frank: Ich habe mich erstmalig 2006 richtig mit dem Thema Betriebsrat beim Kampf um den Erhalt der Arbeitsplätze in Gartenfeld auseinandergesetzt. Mir war wichtig, dass die Angestellten die Kolleginnen und Kollegen in der Montage nicht alleine lassen. Leider ist die Rechnung von BSH, die Belegschaft zu spalten, damals fast aufgegangen. Mit vielen Kompromissen ist es gelungen, die Fabrik bis 2012 am Leben zu halten. Den Umzug in das Technologiezentrum und den Neuanfang am Wohlrabedamm wollte ich unbedingt ein Stück weit mitgestalten. In Güngör haben wir als IG Metall-Fraktion einen unkonventionellen Vorsitzenden, der viele gute Ideen hat und vom Arbeitgeber schwer einzuschätzen ist. Dies gepaart mit den „Tugenden“ der Angestellten macht uns, so denke ich, zu einem guten Team. Schön ist es für mich zu sehen, dass man sich direkt für die Kolleginnen und Kollegen einsetzen kann, und dann schnelle Erfolge sieht. Natürlich braucht man bei den großen Themen einen längeren Atem.

Gibt es ein Thema dass Dich besonders bewegt?

Güngör: Für mich sind die beiden Themen Tarifbindung und bessere Arbeitsbedingungen besonders wichtig.

Frank: Besonders möchten wir das Thema IG Metall den Angestellten näher bringen. Das ist im Engineering-Bereich natürlich nicht so einfach. Speziell hängt das wohl mit der Einführung von ERA zusammen. Aber auch da sind wir auf einem guten Weg, wenn wir das Beispiel eines tariflosen Betriebes nur 35 Kilometer entfernt von uns an unserem Schwesterstandort in Nauen betrachten.

Was gefällt Dir an der Betriebsratsarbeit am besten?

Güngör: Gemeinsam gestalten und bewegen!

Was würdest du gern in Eurem Unternehmen ändern?

Güngör: Wir setzen uns dafür ein, den Tarif zu behalten, für sichere Arbeitsplätze, eine moderne Arbeitswelt mit Telearbeit, guten Arbeitszeiten, guter Bezahlung, guten Pausenregelungen usw. Auch die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit ist ein wichtiges Anliegen, für das wir als Betriebsrat eintreten.

Wie erlebt Ihr die IG Metall?

Frank: Ich freue mich immer über die Unterstützung von der IG Metall. Es ist gut. dass es direkte Ansprechpartner gibt. Durch Veranstaltungen und Seminare können wir ein gutes Netzwerk bilden. IG Metall-Veranstaltungen sind da schon fast wie ein „Familientreffen“. Gerade hier in Siemensstadt gibt es verschiedene Betriebsrats-Einheiten fast die gleichen Sorgen, da muss man sich austauschen.

Güngör: Die IG Metall unterstützt uns auf allen Ebenen. Als Gewerkschaft erlebe ich sie als die wichtigste Säule des Arbeitslebens bei gesellschaftlichen und sozialen Themen.


Drucken Drucken