Beschäftigte von Siemens Mobility setzen Zeichen

35 Stunden reicht – keine Zeit für neue Mauern

  • 11.10.2018
  • rk
  • Aktuelles, Siemens, Tarif 2018

Die Botschaft war nicht zu übersehen. Die Beschäftigten trugen den Slogan auf ihren T-Shirts, streckten Pappen in die Höhe und breiteten ein übergroßes Banner aus. So ging von der Betriebsversammlung bei Siemens Mobility GmbH an diesem 12. Oktober 2018 ein deutliches Signal in Richtung Arbeitgeber aus. Sie müssen die Angleichung Arbeitszeit Ost endlich umsetzen. Es ist Zeit.

Die Mauer zwischen Ost und West ist längst Geschichte, die Tarifmauer aber steht auch heute noch. Nirgends ist diese Ungleichheit absurder als in Berlin, zum Beispiel bei Siemens Mobility GmbH in Berlin-Treptow. „In unserem Unternehmen gibt es immer noch eine Mauer: Ein Teil der Belegschaft hat die 35-Stunden-Woche und die anderen arbeiten bei gleichem Entgelt noch 38 Stunden. Diese Ungerechtigkeit muss endlich ein Ende haben“, fordert der Betriebsratsvorsitzende Udo Rauchert. Denn drei Wochenstunden bedeuten pro Jahr 156 Stunden Mehrarbeit; das entspricht einem kompletten Monat. „Diese Ungerechtigkeit setzt den Menschen zu“, sagt Udo Rauchert und weiß seine Belegschaft hinter sich.

 

„Wir sind ein Land, in denen die Beschäftigten endlich unter gleichen Bedingungen arbeiten wollen. Hier müssen die Arbeitgeber jetzt liefern.“ Regina Katerndahl

Die nutzten die Betriebsversammlung am 12. Oktober für ein klares Statement. Auf einem riesigen Banner stand der Slogan „35 Stunden reicht – keine Zeit für neue Mauern“; genauso auf Pappen und T-Shirts. Damit setzten die Beschäftigten ein klares Zeichen. „Wir sind ein Land, in denen die Beschäftigten endlich unter gleichen Bedingungen arbeiten wollen. Hier müssen die Arbeitgeber jetzt liefern“, sagte Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. Die Aktion auf der Betriebsversammlung zeigte, Beschäftigte, Betriebsratsgremien und IG Metall ziehen an einem Strang. Entsprechend hart wird die IG Metall im Bezirk Berlin, Brandenburg, Sachsen verhandeln.

Zum Hintergrund:
Während der diesjährigen Tarifrunde im Februar hat die IG Metall eine Gesprächsverpflichtung durchgesetzt, bei der beide Seiten die Angleichung auf den Weg bringen. Diese Gespräche stehen nun im vierten Quartal an.

 


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