Beschäftigte fordern gerechte Bezahlung

Alba Metall Nord: Großer Wurf für einen Tarifvertrag

  • 29.10.2017
  • ih
  • Aktuelles, Tarif 2017, Tarif 2018, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die Alba Group mit ihren Chefs Axel und Eric Schweitzer ist vielen bekannt durch das Engagement des Unternehmens für den Berliner Basketballverein Alba Berlin. Die Alba Group versteht sich selbst als Pionier in Sachen Rohstoffsicherung. Das Unternehmen betreibt allein in und um Berlin rund ein Dutzend Schrottplätze. Hier arbeiten über 100 Beschäftigte – bisher ohne Tarifvertrag. Das wollen die Männer und Frauen bei Alba Metall nun verändern.

Bisher regelt Bezahlung, Zuschläge und Arbeitszeiten eine Betriebsvereinbarung. Die Beschäftigten wollen diese aber durch einen Tarifvertrag ersetzen, der für alle Schrottplätze der Alba Group an den Standorten Berlin, Rostock und Wilhelmshaven gilt. Denn die Arbeitsbedingungen sind durchaus verbesserungswürdig.

Viele Beschäftigte verdienen für die gleiche Arbeit nicht das gleiche Entgelt. Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es für manche, aber nicht für alle Kolleginnen und Kollegen. Das sorgt für reichlich Unruhe im Team. Und auf Alba-Schrottplätzen arbeiten die Beschäftigten 40 Stunden und mehr.

Deshalb haben sich die Betriebsräte an die IG Metall gewandt und sich organisiert. Im Oktober haben die Beschäftigten auf Mitgliederversammlungen eine große Tarifkommission gewählt. Auf ihrer ersten Sitzung hat die 19-köpfige Kommission ihre Forderungen einstimmig beschlossen. Danach fordern sie vom Arbeitgeber eine transparente, tarifliche Eingruppierungssystematik, damit die Beschäftigten für gleiche Arbeit auch gleiche Löhne erhalten.  Sie wollen einen einheitlichen Manteltarifvertrag, der 30 Tage Urlaub für alle Beschäftigte, Entgeltzuschläge für Nacht-, Schicht- und Sonn-, Feiertags- und Mehrarbeit sowie eine 37-Stundenwoche vorsieht.

Die IG Metall hat dem Arbeitgeber diese Forderungen in einem Schreiben mitgeteilt und Terminvorschläge unterbreitet, um darüber im November und Dezember zu verhandeln. Die Federführung für die Verhandlungen übernimmt die IG Metall Küste, denn zwei von drei Standorten liegen in deren Bezirk. Die Belegschaft geht davon aus, dass der Arbeitgeber den klaren Wunsch der Belegschaft respektiert und die Verhandlungen zügig mit ihnen aufnimmt.

 

 


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