Mitgliederversammlung am 27. Februar 2019

Thema: Humanes Sterben

  • 27.02.2019
  • rz
  • Senioren

Der Senioren-Arbeitskreis hatte sich dieses Tabuthema beim letzten Seminar ausgewählt. Eingeladen dazu wurde Herr Wolfgang Mahnfitz von der DGHS (Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben e.V.). Er stellte seinen Verein vor, der kein Sterbehilfe-Verein ist sondern das Motto hat „Humanes Leben – Humanes Sterben“, wobei der freie Wille entscheidend ist.

 Wer bewusst und wohl überlegt, bei klarem Verstand, die Entscheidung trifft, sein Leben zu beenden, soll auch das Recht auf Selbstbestimmung haben. Der Verein berät unter anderem über eine sichere Patientenverfügung und Betreuungsverfügung. Seit 39 Jahren setzt er sich dafür ein, dass der Gesetzgeber und die ärztlichen Vereinigungen einer Regelung zustimmen, in der die Menschen ihren Leidenszustand eigenverantwortlich beenden können, ohne Bevormundung und moralische Schuldzuweisung. Dass die Unsicherheit für Ärzte abgeschafft wird, die Information über Sterbehilfe schon als Werbung darstellt.  
Herr Mahnfitz erklärte die Begriffe der verschiedenen Arten der Sterbehilfe und Sterbebegleitung.  
Anschließend wurde ein Film gezeigt, in dem sich Ärzte positiv dazu äußern. Dann sahen wir ein altes Ehepaar, das sich für ein gemeinsames Lebensende entschieden hatte, weil keiner ohne den anderen weiterleben wollte. Unter ärztlicher Aufsicht (natürlich in der Schweiz!) wurde ihnen das Mittel verabreicht, sie mussten selber das entsprechende Ventil öffnen. Wir sahen ihnen dabei zu, wie sie friedlich einschliefen und starben – das war etwas gruselig.
Aus dem Zuschauerkreis wurde der Politskandal angesprochen, den sich der Gesundheitsminister Spahn erlaubt. Entgegen der Gesetzeslage und einem höchstrichterlichen Urteil genehmigt er keinerlei Sterbehilfe.  
Die Veranstaltung hinterließ gemischte Gefühle. Wir müssen zwar alle sterben, aber wie und wo, das wollen wir meistens nicht wissen.


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