Warum bin ich im Seniorenarbeitskreis?

Hans-Jürgen Buchardt

Seit 54 Jahren bin ich Mitglied der Gewerkschaft. Anfangs Kassierer, dann Vertrauensmann und schließlich BGL-Mitglied. Nach der Wende war eine Neuaufstellung gefragt, also wurde im neuen Betrieb der Kontakt zum BR aufgenommen.

Mit Abschluss des aktiven Arbeitslebens meldete sich der „Seniorenarbeitskreis“ der IG-Metall mit einer Mappe der Aktivitäten, mit dem Vorschlag „mal rein zu Schnuppern“

Ich kann gar nicht aufhören „zu Schnuppern“.

Detlef Fendt

Nach 43 Jahren aktiver Vertrauensleutearbeit bei Daimler Benz Berlin stellt sich die Frage, was machst du jetzt mit deiner Zeit, in der du nicht mehr in Betrieb bist. „Der Auftrag ist noch nicht erfüllt, Dete“, sagte der Schulleiter Udo Schmude an meinem 60. Geburtstag zu mir. Jahrzehntelange Erfahrung darf nicht brach liegen, eine Erfahrung war, dass es nichts bringt, Dinge in der IG Metall einzufordern, die andere machen sollen. Besser selber weiter wirken in dem Kreis von Kollegen, die jetzt Zeit haben und nicht mehr arbeiten gehen. Die Verwaltungsstelle unterstützen, organisatorisch und politisch nach außen, immer unter dem Aspekt, stärkt deine Tätigkeit die IG-Metall? Oder andersrum: „Frage nicht, was die IG Metall für dich tut, sondern tue was für die IG Metall“. So ist der Senioren-Arbeitskreis eine starke Truppe mit tausenden von Jahren Betriebs- und Organisationserfahrung.

In diesem Sinne möchte ich im Seniorenarbeitskreis mitwirken, dass die IG Metall Berlin stärker wird, und die 'betrieblichen' Kollegen in ihrer Arbeit unterstützen – damit es mit den gesellschaftlichen Fortschritt weiter geht, für eine Welt ohne Ausbeutung und Krieg.

Hartmut Herold

Ein Freund und IG Metall-Kollege machte mich darauf aufmerksam, dass die IG-Metall ihren Mitgliedern auch nach dem Erreichen des Rentenalters die Möglichkeit bietet, von ihrer Gewerkschaft weiterhin zu profitieren: im Seniorenarbeitskreis. Und da bin ich nun und fühle mich wohl: in der Arbeitsgruppe Medien und der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit. Das Schönste an der ganzen Sache: man erfährt Wertschätzung und lernt noch viel in seinen alten Tagen ...

Peter Krug

Ich bin Handwerker und war in einem Kleinbetrieb beschäftigt. Ohne die IG Metall und die Solidarität der Kollegen wäre es nicht möglich gewesen, einen Betriebsrat, Tarifverträge und die Einhaltung von Mindestarbeitsbedingungen in diesem Betrieb zu gewährleisten. Deshalb engagiere ich mich jetzt besonders bei den Betriebsbetreuern im Seniorenarbeitskreis. Da in der IG Metall -wie bei den Kollegen in der Wirtschaft - immer weniger Hauptamtliche mit immer mehr Aufgaben betraut werden, machen wir die Arbeit zu der die Hauptamtlichen aus Zeitgründen nicht kommen, insbesondere suchen wir KFZ-Betriebe auf. In den letzten Jahren waren es weit über 300 Betriebe, in denen wir den Kollegen die Vorteile von Betriebsrat, Tarifvertägen und der IG Metall als ihrer alleinigen Vertretung bekannt machten. Ob bei Schnee, Regen oder Sonne, ob unangemeldet, angemeldet oder mit Gerichtsurteil, diese Aktivitäten in den Betrieben halten uns kampfbereit und jung.

Ulla Müller

Gefreut habe ich mich als das Rentenalter erreicht war, jetzt bin ich endlich von allem befreit.
Keinen Weckerklingeln mehr, kann lange schlafen, den Terminkalender kann ich in den Müll schmeißen und kann machen was ich will. Das wird schön. Falsch gedacht.
Langsam schlich sich Langeweile ein. Ich wollte mich doch wieder einmischen. Wo kann man das besser als bei und mit den Gewerkschaften?
Ich hörte von Freunden, dass es bei der IG-Metall einen Senioren-Arbeitskreis gibt – und ehe ich mich versah, war ich mitten drin. Nun bin ich bereits 20 Jahre in diesem Arbeitskreis.
Ich habe es nie bereut, habe trotzdem noch genug Freizeit, aber eine Aufgabe, die mich ausfüllt – und es macht immer noch sehr viel Spaß.

Klaus Murawski

1970 hat mein Arbeitsleben mit der Ausbildung bei Siemens begonnen, 1971 war ich schon IG Metall Mitglied und 1973 Jugendvertreter bei OTIS. Ich hatte das Glück schnell die Widersprüche zwischen Unrecht und Recht, zwischen Unterdrücker und Unterdrückten, also zwischen Kapital und Arbeit zu erkennen. In diesem Sinne stand ich engagiert immer an der Seite meiner Kolleginnen und Kollegen. In verschiedenen betrieblichen und gewerkschaftlichen Funktion hatte ich die Möglichkeit „etwas die Welt gerechter zu machen“.

2014 wurde ich zur Altersteilzeit von meiner Arbeit befreit und nutze meine Zeit weiter innerhalb der IG Metall aktiv zu bleiben. Dafür bietet der Seniorenarbeitskreis der Berliner IG Metall mir die Möglichkeit mich für Menschen die in Rente oder im Übergang zur Rente sind, wie im Projekt „Aktiv 55 plus“ zu engagieren. Die Bindung unserer Mitglieder ist mir eine wichtiges Anliegen, denn nur gemeinsam sind wir als IG Metall stark! Dazu engagiere ich mich auch in der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit, in der Redaktion unserer Zeitung den Seniorenreport und in der Delegiertenversammlung.

Gemeinsam unterstützen wir Senioren, Warnstreiks und betriebliche Kämpfe für Arbeitsplätze und setzen uns aktiv für eine Lebensstandard sichernden Rente ein – mit Überzeugung, Erfahrung und Kraft sind wir als IG Metaller dabei!

Franz Plich

Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben stellte sich für mich die Frage: „Was tun?“. Für einen geruhsamen Ruhestand fühlte ich mich noch zu jung.
Mein ganzes Leben war ich politisch/sozial umgekehrt – Perioden mit viel und wenig Einsatz wechselten sich ab. Die letzten fünf Jahre war ich freigestellter Betriebsratsvorsitzender bei Siemens. Das war für mich ein so sinnvolles Engagement, so eine schöne und selbstbestimmte Arbeit, dass ich glatt über 65 weitermachen wollte! Ging aber letztendlich nicht.
In der IG Metall gibt es einige Möglichkeiten für erfahrene Gewerkschafter, sich ehrenamtlich zu engagieren. Eine davon ist der „Senioren-Arbeitskreis“. Da ist aber auch Platz für nicht so erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Hier kann jeder mitmachen und dabei Befriedigung und Spaß im Ehrenamt finden. Für mich war und ist das der richtige Ort. Jeder nach seinen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Möglichkeiten. Plus gute Kontakte zu Gewerkschaftern und vielleicht ergeben sich sogar Freundschaften.
Der „Senioren-Arbeitskreis“ ist etwas überaltert, wir brauchen Nachwuchs. Deshalb, liebe junge Ruheständler in der IG Metall, kommt zu uns, macht mit, bringt frischen Wind und neue Ideen mit.
Es gibt viel zu tun – in sechs verschiedenen Arbeitsgruppen.

Günter Triebe

Ich bin seit fast 43 Jahren IG Metall-Mitglied. In meinem Arbeitsleben war ich Betriebsrat und im Europa-Betriebsrat, dessen Vorsitzender ich auch war. Nach so einem bewegten Arbeitsleben kann man sich nicht einfach so zur Ruhe setzen. Viele gewerkschaftliche Funktionen verliert man ja, wenn man Rentner wird. Aber es gibt noch viele Möglichkeiten sich gewerkschaftlich zu engagieren und gemeinsam mit Gleichgesinnten weiterhin für die Verbesserung der eigenen Lebensbedingungen zu kämpfen.

Dafür ist der Senioren-Arbeitskreis die richtige Gruppe.

Dabei habe ich mir zur Aufgabe gemacht, nicht nur an Ausflügen und Besuchen  kultureller Veranstaltungen teilzunehmen. Ich finde es auch wichtig, dass die Seniorenarbeit nicht losgelöst von der wichtigsten Gewerkschaftsarbeit stattfindet. Unterstützung von Aktivitäten in der Tarifrunde, aktive Teilnahme an öffentlichen Aktionen wie Infoständen und Demos. Auch die ehrenamtliche Tätigkeit in der Rechtsberatung gehört dazu.

Wir Senioren sind Teil der IG Metall und zwar mittendrin und nicht in einer Nische am Rande. Gemeinsam die Freizeit gestalten und gemeinsam kämpfen – das gehört für mich zusammen.

Helmut Wichert

Meine langjährige Zugehörigkeit als zahlendes und später auch in gewerkschaftlichen Funktionen tätiges Gewerkschaftsmitglied, habe ich von den sozialen Auseinandersetzung mit den Arbeitgebern und den erzielten Ergebnissen 'profitiert'. Die Solidarität in der Auseinandersetzung zur Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen hat mich geprägt. Die heutigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen erfordern weiterhin den Einsatz des kämpferischen Potenzials der Arbeitnehmer und der Ehemaligen, zu denen ich gehöre. Der Seniorenarbeitskreis bietet mir entsprechend meinen Neigungen und Fähigkeiten die Möglichkeit, mich den Erfordernissen anpassend einzubringen. Gleiches erhoffe ich von bisher noch nicht aktiven IGM-Seniorinnen und -Senioren.

Ramon Zorn

Bis zum Ende meines Berufslebens war ich als Betriebsrat und Vertrauensmann aktiv. Da liegt es nahe, mit den Kollegen in Verbindung zu bleiben und weiter Gewerkschaftsarbeit zu machen. Ich hatte schon vorher die Betriebsratszeitung betreut, die Internetseite des Betriebsrats gestaltet und Präsentationen und Flugblätter entworfen.
Im Rahmen meiner Neigungen mache ich weiter, nun für den Vertrauensleuteausschuss und den Seniorenarbeitskreis. In der Arbeitsgruppe "Medien" betreue ich die Internetseite und bin in der Redaktion des Senioren-Reports.


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