Tischlerhandwerk Berlin

Berliner Tischler-Azubis holen sich ordentlich viel Geld

  • 18.04.2018
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  • Aktuelles, Gruppen, Handwerk, Jugend, Tarif 2018

Dank der großartigen Beteiligung von 510 Auszubildenden an der Berufsschule für Tischler hat die IG Metall bei der Verhandlung mit der Tischlerinnung am 16.4.2018 sehr gute Erhöhungen der Ausbildungsvergütungen für die nächsten beiden Jahre vereinbart. Diese werden um knapp 20 Prozent angehoben.

Übergabe der Unterstützungsunterschriften - Foto: IG Metall

"Für den Tarifabschluss für die neuen Ausbildungsvergütungen will ich die Berliner Tischlerinnung einmal loben. Gemeinsam mit der IG Metall stellt die Innung unter Beweis, dass im Handwerk eine faire Sozialpartnerschaft zum Wohle der ganzen Branche funktionieren kann", sagte Bodo Grzonka, Verhandlungsführer der IG Metall.

Die Verhandlungen waren nicht einfach. Doch wenn es um den Nachwuchs geht, müssen die Betriebe sich immer mehr anstrengen. „Das Handwerk konkurriert mit Industrie und Dienstleistungssektor um den Nachwuchs und gerät dabei immer mehr ins Hintertreffen. Die Vergütungen anzuheben, war ein zukunftsweisender Schritt“, sagt Burkhard Bildt von der IG Metall Berlin. Die angehenden Tischlerinnen und Tischler haben die Verhandlungen der IG Metall sehr eindrucksvoll unterstützt. 

Vier Auszubildende haben den Mut und das Interesse mitgebracht, in der Tarifkommission an der Verhandlung mitzuwirken. Die Aktionsgruppe hatte zuvor an der Berufsschule 510 Unterstützungsunterschriften bei den insgesamt 630 Auszubildenden in Berlin gesammelt. "Das ist eine unglaublich gute Leistung der Aktionsgruppe, die in den Verhandlungen sehr geholfen hat, denn die Meister waren von dem großen Interesse sehr beeindruckt", so Bodo Grzonka.

Nur wenn sich viele Mitglieder aktiv in der IG Metalll engagiern, kommt auch was Gutes dabei raus.

Die Tarifkommission führte mit den Meistern eine sehr ernsthafte und lebendige Debatte über Bleibeperspektiven und Einstiegsmotivation im Berliner Tischlerhandwerk. Mit vielen guten Praxis- und Lebensbeispielen brachten die Auszubildenden ihre Interessen zur Sprache. In einer langen Verhandlung mit einigen Unterbrechungen wurde ein richtig gutes Ergebnis erzielt:

Die Ausbildungsvergütungen steigen um 19,7 Prozent in zwei Schritten.

 ist        ab 09/18   ab 09/19    plus
 507 €      582 €      607 €      100 €
 628 €      721 €      751 €      123 €
 770 €      885 €      922 €      152 €

"Wir sind uns mit der Tischlerinnung darüber einig, dass es von Nicht-Innungsbetrieben unanständig ist, die Auszubildendenvergütungen zu unterlaufen", sagte Bodo Grzonka. "Deshalb wollen wir gemeinsam die Ausbildungsvergütungen durch die oberste Berliner Arbeitssbehörde für allgemeinverbindlich erklären lassen. Wenn das geschieht, müssen sich auch nicht tarifgebundene Betriebe, die nicht Innungsmitglied sind, an die aktuellen Tarifverträge halten."