Auszubildende im Metallhandwerk

Deutlich mehr drin! Auszubildende profitieren von neuem Tarifvertrag

  • 19.10.2017
  • mm-aw-mn
  • Aktuelles, Handwerk, Jugend

Seit 1. September gilt der neue Tarifvertrag für Auszubildende im Metallhandwerk. Danach erhält ein Auszubildender 630 Euro im ersten Ausbildungsjahr (650 Euro im zweiten, 720 Euro im dritten, 800 Euro im vierten Ausbildungsjahr). Dies gilt verbindlich für alle Mitglieder der IG Metall in den Betrieben, die in der Innung für Metall- und Kunststofftechnik organisiert sind.

Ein guter Ort, um mit den Auszubildenden im Metallhandwerk ins Gespräch zu kommen, ist die Berufsschultour. Gemeinsam mit der DGB-Jugend ist die IG Metall in der Woche vom 16. bis 20. Oktober zu Gast am Oberstufenzentrum Konstruktionstechnik „Hans Böckler“ in Berlin-Kreuzberg.

„Hier erreichen wir in fünf Tagen fast alle Azubis der Branche. In unseren Workshops bieten wir, meist zum ersten Mal, die Möglichkeit, über Ausbildungsbedingungen zu sprechen“, wundert sich Steffi, ehrenamtliche Referentin. „Kurios, sonst wird da wohl nicht drüber gesprochen, was der Banknachbar verdient.“

Im ersten Ausbildungsjahr findet der Projekttag „Demokratie und Mitbestimmung“ statt. Weitere Klassen wählen Unterrichtseinheiten zu den Themen Interessenvertretung, Tarifvertrag oder Übernahme & Perspektiven im Arbeitsleben aus. „Ich möchte die Azubis über ihre Rechte informieren und aufklären“, beschreibt Sebastian seine Motivation, an seinem freien Tag als Referent den Unterricht zu gestalten. „Um ihre Ausbildung zu verbessern, sollten sich viel mehr Azubis in der Gewerkschaft organisieren.“

„Jeder Auszubildende sollte jetzt seine Abrechnungen von September und Oktober prüfen“, rät Simon Sternheimer, Jugendsekretär der IG Metall Berlin. „Denn auch nicht tarifgebundene Betriebe müssen eine angemessene Ausbildungsvergütung* bezahlen. Die Beratung und Unterstützung in diesen Fällen ist für Mitglieder kostenlos.“ Angemessen heißt nach aktueller Rechtsprechung: Sie dürfen die tarifliche Vergütung nicht mehr als 20 Prozent unterschreiten, sprich bei 650 Euro muss sie mindestens 520 Euro betragen.


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