Berlins Krankenhäuser:

Metaller solidarisch mit der Berliner Krankenhausbewegung

  • 20.08.2021
  • Klaus Murawski
  • AK Internationalismus

Mit einer eindrucksvollen Kundgebung am Anhalter Bahnhof endete gestern die 100 Tage Frist, die die Beschäftigten von Charité und Vivantes ihren Arbeitgebern gesetzt hatten, um zu einer vernünftigen Regelung zu kommen. Sie fordern einen Tarifvertrag Entlastung, in dem verbindliche Personalbesetzungen geregelt sind, und einen einheitlichen Tarifvertrag für alle Beschäftigten der Töchterunternehmen – also gleiches Geld für gleiche Arbeit.

Gute Gesundheit gibt es nur mit guten Arbeitsbedingungen

Die Kolleginnen – es waren ausschließlich Frauen, die mit sehr viel Power ihre Entschlossenheit zum Ausdruck brachten – schilderten ihre Arbeitsbedingungen:

  • Eine Hebamme, wie sie in ihrer Schicht buchstäblich von einer Schwangeren zur nächsten rennen müssen.
  • Pflegerinnen berichteten, keine Zeit mehr zu haben, um auf die Toilette zu gehen.
  • Auszubildende sagten, sie könnten sich nicht mehr vorstellen, unter diesen Bedingungen langfristig im Beruf zu bleiben.
  • Laborbeschäftigte berichteten, 16 Tage am Stück arbeiten zu müssen und von einer Heidenangst, bei dem enormen Druck Fehler zu machen und das Patientenwohl zu gefährden.

Den Zuhörer*innen wurde klar, so kann es nicht weitergehen. 100 Tage hatten die Arbeitgeber Zeit. Aber außer Vorschlägen zu mehr Flexibilisierung im Personaleinsatz und einer zahnlose Dienstvereinbarung kam leider nichts.

Ab Montag dem 23. August kommt es nun zum Warenstreik in den jeweiligen Krankenhäusern. Durch eine Notdienstvereinbarung soll die Gefährdung der Patient*innen ausgeschlossen werden.

Die Beschäftigten haben in diesen Tagen mit vielen Aktionen auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht. Es gab viel Unterstützung, auch der Ortsvorstand der Berliner IG Metall hatte beschlossen die Krankenhausbeschäftigten in ihrem Arbeitskampf zu unterstützen.

Letztlich aber geht es darum mit einem System, zu brechen, in dem Krankenhäuser Gewinne machen müssen und das Diktat der Wirtschaftlichkeit auf dem Rücken der Beschäftigten und der Patient*innen ausgetragen wird.