Rund 100 Siemens-Beschäftigte aus Berlin protestieren am Montag, 9. Mai 2022, um 14.00 Uhr in München gegen die Abspaltung des Bereichs elektrische Großantriebe (LDA)

  • 05.05.2022
  • igm
  • Pressemitteilungen

Am Montagnachmittag protestieren insgesamt mehr als 200 Siemens-Beschäftigte aus München, Nürnberg und Berlin um 14.00 Uhr am Wittelsbacherplatz in München gegen die geplante Ausgliederung des Bereichs Large Drive Applications (LDA) - übersetzt: elektrische Großantriebe - aus dem Konzern. Von einer Abspaltung wären rund 400 Beschäftigte in Berlin im Dynamowerk betroffen. Die Beschäftigten fordern den Verbleib der Einheit im Konzern. Nach München reisen auch rund 100 Beschäftigte aus dem Siemens Dynamowerk in Berlin.

Die seit September 2021 geplante Ausgliederung der Large Drive Applications aus der Siemens AG fährt sich immer stärker fest. Die Gespräche mit dem Management kommen nicht voran, zudem gibt es bislang keine Bereitschaft des Managements, angesichts der aktuellen geopolitischen Veränderungen (nicht nur Rohstoffförderung gehört zum Produktportfolio der LDA) eine Neubewertung der Entscheidung vorzunehmen.

Die IG Metall ruft daher für Montag, 9. Mai um 14 Uhr im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung erstmals seit gut 10 Jahren wieder zu einer Kundgebung auf dem Wittelsbacherplatz in München direkt an der Konzernzentrale auf.

Siemens-Beschäftigte werden Judith Wiese, Siemens-Personalvorstand, einige tausend Postkarten mit dem Motto „Siemens rette die Welt“ überreichen.

Mit den Berliner Beschäftigten von Siemens reist auch als übermenschengroße Plastik der Vorstandsvorsitzende Roland Busch. Mit einer Hand an einer Sprengzündung sitzt er während der Aktion auf einem LDA-Motor.

„Die Beschäftigten im Dynamowerk haben ein großes Fachwissen. Hier werden Elektromotoren für die Grundstoffindustrie produziert, die beispielsweise in der Stahlindustrie und beim Schiffsantrieb eingesetzt werden“, erklärte Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Bei den ökologischen Herausforderungen, vor denen wir heute stehen, brauchen wir Alternativen zu den Antriebstechnologien. Diese können und sollten wir vor Ort entwickeln und mit der Digitalisierung verknüpfen. Deshalb machen die Abspaltung und der mögliche Verkauf des Dynamowerks keinen Sinn. Unsere Erfahrung mit Siemens ist, dass nach einer Ausgliederung der Verkauf folgt und dann Personalabbau droht. Daher warten wir nicht ab, was passiert. Sondern: Die Zukunft gestalten wir! “

Hintergrund:

Das Siemens Dynamowerk stellt in Berlin mit rund 400 Beschäftigten große Hochleistungsmotoren her. Dies sind Elektromotoren mit 100 Megawatt-Leistung in Größe von Einfamilienhäusern beispielsweise für die Stahlindustrie und für den Schiffsbau. Das Siemens-Werk gilt als Keimzelle des Konzerns und wurde 1906 in Berlin gegründet. 2017 sollte die Fertigung im Werk stillgelegt werden. Nach harten Auseinandersetzungen wurden 400 von 700 Arbeitsplätzen erhalten.

Für Rückfragen: Andrea Weingart, 0170 33 33 025

Für Rückfragen vor Ort in München: Hagen Reimer, 0160 533 12 75


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