Warnstreik bei Bosch Steering GmbH

Tarifrunde: Klebstoff auf den Sitzen

  • 24.01.2018
  • mn
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300 Beschäftigte demonstrierten vor dem Werktor der Bosch Steering GmbH für mehr Entgelt, Angleichung der Ostlöhne an das Westniveau und innovative Arbeitszeitmodelle. Wer über Fachkräftemangel klagt, sollte einfach mehr in die Ausbildung investieren. Und ein Gang durch die Produktion würde mancher Geschäftsführerin, manchem Vorstand guttun.

„Es ist ein Witz, wenn die Arbeitgeber den Fachkräftemangel vorschieben, um unser Arbeitszeitmodell abzulehnen. Dann sollen sie endlich vernünftig ausbilden und einen Teil ihrer Gewinne in die Ausbildung investieren“, sagte Constantin Borchelt, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin.

Auf der Kundgebung hat auch Rene Schäfer, Mitglied der Vertrauenskörperleitung bei Porsche Leipzig gesprochen, der in Berlin für eine Fortbildung weilte. „Es ist toll, dass wir heute Euren Warnstreik unterstützen können“, sagte er und fügte hinzu: „Eure Unterstützung bei der Angleichung unserer Entgelte im Osten an die des Westens ist für unsere Kolleginnen und Kollegen sehr wichtig. Diese Solidarität schweißt uns zusammen.“

Der Betriebsratsvorsitzende der Bosch Steering GmbH thematisierte die Entgeltforderung der Beschäftigten. „Bosch verdient sehr gut, deshalb haben die Beschäftigten einen Anspruch, an diesen Gewinnen zu partizipieren“, sagte er. Schließlich sind sie es, die mit ihrem Engagement, ihrer Flexibilität und ihrem Know-how diese Gewinne erst möglich machen. „Wenn die Vorstände und Geschäftsführenden nicht so an ihren Stühlen kleben würden und auch mal durch die Produktionshallen liefen, würden sie sehen, was die Kolleginnen und Kollegen leisten“, fügte er unter dem Beifall der Warnstreikenden hinzu.

Nach dem Warnstreik ist vor dem 24-Stunden-Streik

Die 300 Beschäftigten nutzten den Warnstreik und äußerten ihren Unmut gegenüber den Arbeitgebern lautstark mit Tröten, Pfeifen und Trommeln. „Es ist Zeit, dass die Arbeitgeber sich endlich bewegen und unsere Arbeit wertschätzen“, sagte Attila Aktas, Vertrauenskörperleiter bei Bosch Steering und sprach damit den Metaller und Metallerinnen aus dem Herzen.

Die anstehende Verhandlungsrunde am Donnerstag ist für die Arbeitgeber die letzte Chance, ein vernünftiges Angebot vorzulegen, sagte Klaus Abel: „Heute ist unser letzter Warnstreik. Wenn die Arbeitgeber sich nicht bei der nächsten Tarifrunde bewegen, werden wir nächste Woche 24-Stunden-Streiks einleiten und den Druck erhöhen“, sagte Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin.


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