DGB Ausbildungsreport Berlin-Brandenburg 2016

Augen auf bei der Branchenwahl

  • 13.12.2016
  • cb
  • Aktuelles, Jugend

Drei von vier Auszubildenden in Berlin und Brandenburg sind mit ihrer Ausbildung zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Allerdings berichten Jugendliche auch über Überstunden und hohen Leistungsdruck. Es kommt auf die Branche an. Das ist das Ergebnis des diesjährigen elften Ausbildungsreports der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg. Also Augen auf – bei Berufs- und Branchenwahl.

„Was die Qualität der Ausbildung betrifft, beobachten wir große Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen“, sagt Constantin Borchelt, der in der IG Metall Berlin für berufliche Bildung zuständige Gewerkschaftssekretär. In Branchen wie dem Hotel- und Gaststättengewerbe oder dem Einzelhandel kritisieren Jugendliche deutlich mehr als zum Beispiel in der Metall- und Elektroindustrie.

Was Jugendliche kritisieren: Nach wie vor sind in bestimmten Ausbildungsberufen Überstunden, ausbildungsfremde Tätigkeiten und hohe Belastungen durch Zeit- und Leistungsdruck keine Seltenheit. Ein besonderer Schwerpunkt waren in diesem Jahr die psychischen Belastungen von Auszubildenden. Demnach fühlt sich bereits jeder zweite Auszubildende überlastet.

Gute Ausbildungsbedingungen finden Jugendliche in Betrieben, in denen es Tarifverträge, Betriebsräte und Jugendvertretungen gibt. Das zeigen die Ausbildungsreporte des DGBs Jahr für Jahr. Denn starke Betriebsräte und Jugendvertretungen schreiten ein, wenn die Ausbildung Mängel aufweist, von den Auszubildenden ausbildungsferne Tätigkeiten verlangt werden oder viel Druck ausgeübt wird. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich die Auszubildenden auch gewerkschaftlich organisieren, um bessere Ausbildungsbedingungen auch einfordern zu können. „Berufe mit den besten Bewertungen der Auszubildenden gibt es gerade auch in der Metall- und Elektronindustrie“, weiß Constantin Borchelt.

Für den 11. Ausbildungsreport (2016) der DGB-Jugend Berlin-Brandenburg wurden rund 2500 Jugendliche zu ihrer Ausbildung befragt. Damit liefert der Ausbildungsreport eine umfassende Bestandsaufnahme der Situation von Auszubildenden in der Region aus Perspektive der jungen Leute.


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