Betriebsratswahl im Oktober:

Beschäftigte bei Berliner Glas profitieren von IG Metall-Knowhow

  • 27.08.2020
  • Jörn Breiholz
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Nachdem die DGB-Gewerkschaften beschlossen haben, dass die IG Metall für Berliner Glas zuständig ist, schließen sich immer mehr Beschäftigte der IG Metall an – auch weil das Unternehmen gerade vom Weltmarktführer ASML aufgekauft wurde. Zahlreiche IG Metall-Mitglieder aus dem Betrieb informierten vor kurzem die Beschäftigten von Berliner Glas über die bevorstehende Betriebsratswahl und die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates: Am 7. Oktober wählt Berliner Glas seinen neuen Betriebsrat.

Gemeinsam zur Betriebsratswahl mobilisieren und Zukunft gestalten: Aufbruch mit der IG Metall bei Berliner Glas

Zeit für Veränderung - Zeit für bessere Arbeitsbedingungen

Die Geschichte von Berliner Glas ging 1952 mit Glasscheiben für Heizungsanlagen, Gas- und Wasserzähler los. Das ist gefühlt eine Ewigkeit her. Denn heute ist die Produktion in der Neuköllner Waldkraiburger Straße hochmodern, die Produkte des Unternehmens sind weltweit gefragt: ob in China, der Schweiz, den USA oder sogar im Weltall. Berliner Glas fertigte auch Spezialkomponenten für das Europäische Datenrelaissatellitensystem EDRS, die Datenautobahn ins Weltall.

Spitzenarbeit verdient Spitzen-Tarifverträge

Medizintechnik, Messtechnik, Weltraumtechnik, Halbleiter, Lasertechnik, eigene Entwicklung und eigene Produktion: Die 1.100 Berliner Beschäftigten entwickeln und produzieren Spitzenprodukte. Und auch wenn die Beschäftigten von den sehr guten Tarifbedingungen des IG Metall-Flächentarifvertrages noch entfernt sind, ist klar: Wer Spitzentechnologie entwickelt und produziert, sollte auch auf Grundlage des besten Tarifvertrages der Branche beschäftigt und entlohnt werden. 

„In den Gesprächen mit den Beschäftigten merken wir deutlich, dass der Wunsch nach Veränderung groß ist. Familiengerechte Arbeitszeiten, Wochenendarbeit und Entlohnung sind dabei die meistgenannten Themen“, sagt Marius Sänger, der zuständige Gewerkschaftssekretär der IG Metall Berlin. „Darum muss sich der zukünftige Betriebsrat genauso kümmern wie wir als zuständige Gewerkschaft. Wir wollen langfristig zusammenarbeiten, um die Arbeitsbedingungen bei Berliner Glas zu verbessern.“ 

Die IG Metall: Solidargemeinschaft fürs Leben

Die IG Metall ist als Gewerkschaft die Solidargemeinschaft der Beschäftigten im Arbeitsleben. Die IG Metall-Mitglieder bei Berliner Glas profitieren schon jetzt vom Tarif-Knowhow und dem Arbeitsrechtswissen, das IG Metall-Mitarbeiter wie Marius Sänger oder seine beiden Kollegen Thomas Weber und Ingo Harms ihnen weitergeben. Die IG Metall-Mitglieder sprechen wiederum mit ihren Kolleginnen und Kollegen in Produktion, Entwicklung und Verwaltung darüber, dass es sich für alle bei Berliner Glas in besseren Arbeitsbedingungen und barer Münze auszahlt, wenn sich möglichst viele der IG Metall anschließen.

Klar ist: Je höher der Organisationsgrad der IG Metall bei Berliner Glas ist, desto kräftiger können die Beschäftigten vor der Unternehmensleitung auftreten und desto bessere Arbeitsbedingungen verhandeln. „Unsere IG Metall-Aktiven haben in den letzten Wochen viele Kolleginnen und Kollegen vom Vorteil einer starken IG Metall bei Berliner Glas überzeugen können“, sagt Marius Sänger.

Mehr Mitglieder bei Berliner Glas

Die IG Metall-Mitgliedschaft könnte für den Einzelnen in Zukunft noch wichtiger werden. Vor kurzem erst hat die niederländische Holding ASML – der weltweit größte Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie – Berliner Glas gekauft. ASML ist ein sehr schnell und vor allem durch Firmenübernahmen wachsender Global Player.

Das 1984 gegründet Unternehmen hatte 2017 noch gut 16.000 Beschäftigte weltweit. Jetzt sind es laut Eigenauskunft bereits fast 25.000 an 60 Standorten weltweit. Das Unternehmen gilt mit einem Börsenwert von 146 Milliarden Euro als eines der wertvollsten in Europa.

„Der Kauf zeigt, welch gute Arbeit die Beschäftigten bei Berliner Glas leisten“, sagt Marius Sänger. Andererseits stehen durch den Kauf von ASML Geschäftsbereiche auf dem Prüfstand, die nicht zum originären ASML-Geschäft gehören, wie zum Beispiel Weltraumtechnik oder Medizintechnik.

„In unsicheren Zeiten ist es immer wichtig, einen starken Partner an der Seite zu haben, wie die IG Metall und einen durchsetzungsfähigen Betriebsrat, der die Belegschaft hinter sich hat“, sagt Marius Sänger. Der Kontakt zu ihm: Marius.Saengerdon't want spam(at)igmetall.de.