Mehrwert mit Tarif

Bruker Nano: Aktive Mittagspause für einen Tarifvertrag

  • 25.09.2019
  • ih
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Beschäftigte und Betriebsrat bei Bruker Nano Analytics in Adlershof fordern schon lange einen Tarifvertrag, weil sie endlich ein transparentes Entgeltsystem wollen. Der Arbeitgeber stellt jedoch noch auf stur und bietet lediglich ein internes Vergütungssystem. Mit einer aktiven Mittagspause haben die Beschäftigten nun deutlich gemacht, was sie von seinem Vorschlag halten.

Deutliches Signal an den Arbeitgeber

Der Betriebsratsvorsitzende Martin Zorn von Jenoptik Optical Systems stärkt den Beschäftigten den Rücken.

(c) Alle Fotos: (c) Christian von Polentz / transitfoto.de

Ingo Harms von der IG Metall fordert die Geschäftsführung von Bruker Nano Analytics zu Gesprächen auf.

Pünktlich um 12.00 Uhr verließen die Beschäftigten von Bruker Nano Analytics an diesem 25. September 2019 ihr Unternehmen und gönnten sich eine aktive Mittagspause. Es gab Kaffee, Getränke und heiße Würstchen. Ihre Botschaft war klar: Ihr Arbeitgeber solle sich endlich mit Betriebsrat und IG Metall zusammensetzen und über einen Haustarifvertrag verhandeln. Der lehnte bisher ab. Er sehe darin weder einen Mehrwert für sein Unternehmen noch für die Beschäftigten, ließ er wissen.

Rund 70 Kolleginnen und Kollegen gaben ihm heute ihre Antwort. Denn das Entgeltsystem bei Bruker Nano Analytics ist – freundlich gesagt – handgeschmiedet. Neu eingestellte Beschäftigte bekommen zum Beispiel mehr als schon lange bei Bruker Nano Analytics arbeitende Kolleginnen und Kollegen. Das sorgt für schlechte Stimmung im Betrieb. Dass es auch anders geht, erklärte der Belegschaft Martin Zorn. Der Betriebsratsvorsitzende von Jenoptik Optical Systems – 400 Meter von Bruker Nano Analytics entfernt – besuchte die Kundgebung und bestärkte die Kolleginnen und Kollegin in ihrer Haltung. „Anfangs hat sich unser Arbeitgeber auch gesträubt, heute sieht er die klaren Vorteile eines Tarifvertrags für sein Unternehmen. In einem sich verändernden Arbeitsmarkt sind attraktive Arbeitsbedingungen ein großer Vorteil, wenn man Leute sucht“, sagte er. Um dann hinzuzufügen: „Mit Hilfe des jetzigen Tarifvertrags hat sich das Klima unter unseren Beschäftigten deutlich verbessert.“

Ingo Harms von der IG Metall wertet die gute Stimmung und den kräftigen Auftritt der Beschäftigten von Bruker Nano als deutlichen Fingerzeig an den Arbeitgeber. „Das von ihm angebotene Vergütungssystem entspricht in keinster Weise den Wünschen und Bedürfnissen der Belegschaft“, sagte der für Bruker Nano Analytics zuständige Gewerkschaftssekretär. Er verband damit die Einladung, sich mit Betriebsrat und IG Metall an einen Tisch zu setzen. „Dann finden wir gemeinsam eine Lösung, die für alle Beteiligten gut ist“, sagte er.

Bruker Nano Analytics GmbH und seine Geschichte
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in die Zeiten der Akademie der Wissenschaft der DDR zurück. Daraus entstand RÖNTEC, die 2005 vom US-amerikanischen Unternehmen Bruker übernommen und zur Bruker Nano GmbH wurde. „Bruker ist ein gutes Beispiel für zukunftsweisende Technologien im boomenden Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof“, sagte Ingo Harms, Gewerkschaftssekretär der IG Metall.

 


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