SYMG schließt Berliner Standort:

Chinesischer Staatskonzern setzt Ingenieure auf die Straße

  • 09.04.2019
  • jb
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Die staatliche Shenyang Machine Tool Group (SYMG) bezeichnet sich selbst als größten Werkzeugmaschinenhersteller der Welt. Sie ist Inhaber der Schiess GmbH im sachsen-anhaltinischen Aschersleben und der Schiess Tech GmbH am Potsdamer Platz. Beide Unternehmen sind nun in der Insolvenz - und der chinesische Staatskonzern verhält sich den Beschäftigten gegenüber unfair.

Und schon Geschichte: Die Schiess Tech GmbH ist insolvent

Teilweise waren am Potsdamer Platz 80 Maschinenkonstrukteure beschäftigt, zu Anfang April sind die letzten 18 in die Arbeitslosigkeit entlassen worden. Pikant dabei ist, dass SYMG 100 Prozent staatlich ist: 80 Prozent hält die VR China, 20 Prozent die Stadt Shenyang – und die staatlichen Anteilseigner haben anscheinend die letzten Rechnungen nicht mehr nach Deutschland überwiesen, sondern das Geld einfach in China einbehalten.

Es soll fast eine Million Euro sein, die SYMG hätte auszahlen müssen und können: Geld, dass nun fehlt, um den Kolleginnen und Kollegen der Schiess Tech GmbH einen fairen Übergang in eine neue Zukunft zu ermöglichen – für Abfindungen oder eine Transfergesellschaft. „Das geht so nicht“, sagt Birgit Dietze, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Berlin. „Wir sind enttäuscht von den  Anteilseignern. So geht man nicht mit Mitarbeitern um, die jahrelang gute Arbeit geleistet haben.“


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