Knorr-Bremse-Konzern

Für Tarif und Standort: Konzernbetriebsrat steht hinter Berliner Beschäftigten

  • 17.02.2017
  • ab
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Der Knorr-Bremse-Geschäftsleitung will Arbeitsbereiche verlagern, Beschäftigte auf die Straße setzen und andere dazu zwingen, statt 35 Stunden künftig 42 Stunden zu arbeiten – bei vollem Lohnverzicht. Dagegen formiert sich Widerstand. Der Konzernbetriebsrat erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten und fordert, zusammen mit den Betriebsräten der Tochterunternehmen und der IG Metall den Verzicht auf Verlagerungen und Tarifflucht.

Die Ankündigungen der Unternehmensführung zu weitreichenden Verlagerungen und Stellenabbau in Berlin beunruhigt die Beschäftigten nicht nur in den betroffenen Tochterunternehmen. Der Konzernbetriebsrat hat sich nun mit den Betroffenen einstimmig solidarisch erklärt und fordert einen Verzicht auf diese Pläne.

Das hat die Geschäftsleitung vor: Trotz wirtschaftlich hervorragender Lage des Konzerns will die Unternehmensleitung von Knorr-Bremse den Berliner Traditionsbetrieb Hasse & Wrede GmbH in das tschechische Liberec verlagern und rund 130 Beschäftigte auf die Straße setzen. In die frei werdenden Räume in Marzahn sollen dann die Beschäftigten der KB PowerTech, umsiedeln, die bisher in Berlin-Tegel arbeiten. Damit will der Konzern aus der Tarifbindung entschwinden. Die Belegschaft soll dann nicht mehr 38 Wochenstunden (ab Juni 35 Wochenstunden), sondern 42 Stunden arbeiten – ohne Entgeltausgleich.

Dazu erklärt Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin: „Es gibt keine wirtschaftliche Notwendigkeit für diese Maßnahmen. Sie sind unverhältnismäßig und lassen jedes Gespür im Umgang mit den Beschäftigten vermissen.“ Die Knorr Bremse muss von den rigiden Maßnahmen Abstand nehmen und mit den Betriebsparteien und der IG Metall in einen konstruktiven Dialog treten.
Dies sehen auch die Betriebsräte der Knorr Bremse Standorte so. In einer einstimmig ausgefallenen Entschließung des Konzernbetriebsrats erklären sich die Arbeitnehmervertreter solidarisch mit den von skandalösen Verlagerungsplänen betroffenen Beschäftigten in Berlin Marzahn. Sie fordern vom Vorstand der Knorr Bremse, auf die geplanten Maßnahmen zu verzichten. Außerdem solle die Tarifbindung von KB PowerTech selbstverständlich erhalten bleiben.

„In den Belegschaften herrscht breites Unverständnis über das Vorgehen des Konzerns.“, so Sebastian Roloff, Unternehmensbeauftragter der IG Metall und Mitglied des Aufsichtsrats der Knorr Bremse AG. „Wir werden gemeinsam mit den Betriebsräten aller betroffenen Standorte beraten, wie diese Maßnahmen des Arbeitgebers verhindert werden können.“ Dabei rechnet die IG Metall auch auf die solidarische Unterstützung der Belegschaften von tedrive Steering Systems GmbH und Vossloh Kiepe GmbH, Unternehmenstöchter in NRW.


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