35 reicht

GE: Beschäftigte demonstrieren für Angleichung Ost

  • 25.10.2018
  • mn
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute, Tarif 2018

Der Platz für die Aktion war ausgekundschaftet, T-Shirts und Plakate lagen an der richtigen Stelle und zahlreiche Metaller und Metallerinnen waren für die Aktion bereit. Punkt 10 Uhr setzten sie im Rahmen der Aktionswoche Angleichung Ost an diesem 24. Oktober ein Zeichen: 35 Stunden sind auch im Osten pro Woche genug.

Alle Fotos (c) privat

„Es ist Zeit, dass wir endlich einen Strich ziehen und es in einem geeinten Deutschland nach bald 30 Jahren auch einen Tarif für Beschäftigte aus Ost und West gibt“, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei GE in Pankow, Uwe Löschke. Dass es dafür Zeit ist, zeigt sich auch an der Bereitschaft der Beschäftigten, die selbst kurzfristig angesetzt, in großer Zahl an der Aktion teilnahmen und im Zusammenspiel mit der IG Metall ein deutliches Zeichen setzten: 35 reicht.

Die Beschäftigten der GE Power AG trafen sich um 10 Uhr in der Maschinenhalle, zogen T-Shirts an und schnappten sich Plakate. Dann war das Bild im Kasten und die Botschaft gesetzt. Mit ihrer Aktion unterstreichen sie die Forderungen nach einer Angleichung Arbeitszeit Ost. „In Pankow gehören wir dem Tarif II an und arbeiten deshalb 38 Stunden pro Woche“, sagt Löschke. Die Mauer zwischen Ost und West ist längst gefallen, die Tarifmauer aber trennt Beschäftigte aus West und Ost nach wie vor.

Uwe Löschke und seine Kolleginnen und Kollegen kennen die absurden Verwerfungen, die aus dem Tarifkuddelmuddel entstehen. „Im Sommer haben uns Kollegen und Kollegen aus den alten Bundesländern unterstützt. Diese arbeiteten 35 Stunden, wir 38. Wir machen also das Gleiche, sind aber nicht gleich. Das ist absurd“, fügte der stellvertretende Betriebsvorsitzende hinzu. In Berlin ist es besonders krass. Da gibt es in einer Stadt zwei Tarifgebiete. „Damit muss endlich Schluss sein“, sagt Löschke.

Mit ihrer Aktion machen die Beschäftigten Druck und senden eine Botschaft an den Arbeitgeberverband. „Haben verstanden“, wäre jetzt die richtige Antwort.  


Drucken Drucken