„Wir produzieren schließlich keine Kartoffelschäler“

Gillette: Beschäftigte informieren sich über Tarifrunde

  • 08.08.2018
  • mn
  • Aktuelles, Betriebsräte/Vertrauensleute

Auch in der fünften Tarifrunde am gestrigen Montag legte die Geschäftsleitung kein verhandlungsfähiges Angebot vor. Was das zu bedeuten hat, darüber informierten Mitglieder der Verhandlungskommission Beschäftigte von Gillette in einer aktiven Mittagspause vor dem Tor.

Birgit Dietze im Gespräch mit Gillette-Beschäftigten. (alles Fotos: Christian von Polentz/transitfoto.de

Der Betriebsratsvorsitzende Lars Papenbrock diskutiert die weiteren Schritte mit Kollegen und Kolleginnen.

Michael Kutz (links), Mitglied der Verhandlungsgruppe und Vertrauenskörperleiter diskutiert mit Beschäftigten.

Kolleginnen und Kollegen tragen Buttons, in der sie ihre Meinung deutlich kundtun.

Den Beschäftigten ist ihr Standort in Berlin wichtig, deshalb haben sie in einem Standortsicherungstarifvertrag seit 2015 auf Einkommen verzichtet, wenn Procter & Gamble dafür den Standort erhält. Die Geschäftsführung hatte dafür tarifliche Investitions- und Produktzusagen versprochen. Jetzt will sie sich daran nicht mehr in Gänze halten und Personal abbauen. Das kommt für die Beschäftigten nicht in Frage.

Das jedenfalls ist die einhellige Meinung der Kolleginnen und Kollegen an diesem Dienstag vor dem Werktor. Rund 150 Beschäftigte nutzten ihre Mittagspause, um mit den Mitgliedern der Verhandlungskommission über den Stand der Verhandlungen und mögliche Optionen zu diskutieren. Sie genossen Würstchen und Kaffee und hatten für das ungenießbare Angebot der Arbeitgeber nur Kopfschütteln übrig. „Es wird Zeit, dass der Arbeitgeber endlich ein tragfähiges Angebot vorlegt, denn so langsam steigt der Unmut unter den Beschäftigten“, sagte Birgit Dietze von der IG Metall und Leiterin der Verhandlungskommission. Der Betriebsratsvorsitzende Lars Papenbrock ergänzte: „Qualität und Leistung haben ihren Preis. Wir stellen nur Spitzenprodukte in Berlin her, das sind schließlich keine Kartoffelschäler und das sollte auch so bleiben.“

Ihren Unmut hatten die Beschäftigten bereits auf einer Betriebsversammlung Mitte Juli kundgetan, als es um die Darstellung der Auswirkungen der Pläne ging. Beifall bekam der Geschäftsführer damals nicht zu hören, dafür kritische Fragen zu der Vision des Unternehmens.  Die nächste Runde ist für den 24. August terminiert.


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