IG Metall und Betriebsrat fordern für Osram

"Zukunftsperspektive statt Dauer-Restrukturierung"

  • 18.09.2014
  • aw
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Berlin - „Der aktuelle Technologiewandel bei Osram kann nur mit und nicht gegen Beschäftigten gestemmt werden“, formulierte Irene Schulz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und Mitglied im Osram-Aufsichtsrat heute im Pressegespräch in Berlin angesichts des geplanten Abbaus von 1700 Osram-Arbeitsplätzen bundesweit und 283 Berliner Arbeitsplätzen.

Foto: Christian von Polentz/transitfoto.de

„Wir erwarten statt kurzfristigem Personalabbau, eine nachhaltige Strategie, die Perspektiven für die Standorte und Belegschaften aufzeigt. Von der Geschäftsführung fordern wir klare Aussagen zu Innovationspotentialen an unseren Standorten, bevor überhaupt über Personalabbau nachgedacht wird. Die Beschäftigten sind die besten Innovationsexperten. Einbinden, statt abbauen muss die Linie des Unternehmens sein“, fordert Irene Schulz.

„Osram-Chef Wolfgang Dehen ruiniert mit seiner Dauer-Restrukturierung die Ressourcen des Technologie-Konzerns. Hier ist ein Geisterfahrer unterwegs, der gestoppt werden muss. Eine langfristige Zukunftsperspektive ist bei einem Umsteuern möglich“, sagte Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Berlin. „Das Berliner Osram-Werk ist eine der weltweit modernsten Fertigungsstätten mit höchsten Qualitätsstandards und Kompetenzzentrum für Hochdruckentladungslampen. Zudem werden am Berliner Standort sehr erfolgreich spezielle Autoleuchten (XENARC) für gehobene Mittelklassewagen hergestellt. Mit seinen Universitäten, Forschungseinrichtungen und dem Ingenieurspotential ist Berlin ein Standort, an dem sich Investitionen für das Unternehmen lohnen. Osram ist ein Berliner Traditionsbetrieb, für dessen Zukunft wir kämpfen.“

„Der geplante Abbau von 283 Arbeitsplätzen gefährdet den gesamten Standort“, so Betriebsratsvorsitzender Andreas Felgendreher. „Durch die verbleibenden Fixkosten wird die Wirtschaftlichkeit des Standortes bei weiterer Produktionseinschränkung und Personalabbau insgesamt  in Frage gestellt. Deshalb werden wir uns am bundesweiten Aktionstag gegen die Kahlschlagpläne des Osram-Vorstandes beteiligen.“

Am Montag, 22. September tagt der Osram-Aufsichtsrat in Augsburg. Dort werden sich die Beschäftigten aus den Osram-Werken in Bayern versammeln und für eine Zukunftsperspektive von Osram demonstrieren.

Zeitgleich werden sich die Berliner Osram Beschäftigten am Montag, 22. September um 13.30 Uhr vor dem Werkstor, Nonnendammallee 44, 13629 Berlin zu einer Kundgebung versammeln und für die Zukunft von Osram und ihrer Arbeitsplätze demonstrieren.

Berichterstattung:

BZ Berlin, 18.09.2014

Inforadio Berlin, 18.09.2014

Focus online, 18.09.2014


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