Tarife/BMW-Niederlassungen

Fährt Premiummarke BMW in Berlin prekär Beschäftigte an die Wand?

  • 18.07.2017
  • md/af
  • Aktuelles, Handwerk

Premiummarke BMW: Wie der namhafte Automobilbauer mit seinen prekär Beschäftigten umgeht, passt so gar nicht zum Image, sagen Metallerinnen und Metaller der Niederlassungen in Berlin. Auf Betriebsteilversammlungen kurz vor dem Sommerurlaub ließen sie ihrem Unmut freien Lauf. Vor diesem Hintergrund wird der Haustarifvertrag derzeit neu verhandelt. Nächster Termin: 18. Juli.

"Im Hauptbetrieb Kaiserdamm, in der ‎Filiale Marzahn und in Weißensee hatten die Vertrauensleute der IG Metall tolle Aktionen organisiert", sagte Joachim Fichtner vom Kfz-Projekt der IG Metall. Zu Beginn der Versammlung am Kaiserdamm waren 55 Kolleginnen und Kollegen in knallgelben Warnwesten einmarschiert – exakt so viele Leiharbeitskräfte und befristete Kolleginnen und Kollegen werden aussortiert, weil ihre Verleihdauer bzw. Befristung endet.

In Marzahn, Belegschaftsstärke 61, blieb der Versammlungssaal leer: Eine Demonstration, dass praktisch die gesamte Belegschaft eines Filialbetriebes ohne Perspektive und für BMW überflüssig ist. In Weißensee hielten 55 Kolleginnen und Kollegen – fast drei Viertel aller Anwesenden – ihre Westen hoch, um zu zeigen, wer von den prekär Beschäftigten gehen muss.

"Betroffen sind rund 17 Prozent der gesamten Berliner Belegschaft", sagt Joachim Fichtner höchst alarmiert; und fügt hinzu: "Alle werden von der Geschäftsführung mit dem Gefühl in den Urlaub geschickt, beim Premiumhersteller BMW ist es zu Ende – eine Schande."