Spenden an Staakkato und Herberge zur Heimat e.V.

Stadtteilgruppe: Spandauer grillen, diskutieren und spenden

  • 25.07.2019
  • rk
  • Aktuelles

Einmal im Sommer werfen sie im IG Metall-Bildungszentrum Pichelssee den Grill für die IG Metall Stadtteilgruppe Spandau an; am 22. Juli 2019 zum 20. Jubiläum. Bei Bier, Wasser, Salat und Wurst diskutierten die Anwesenden über aktuelle Entwicklungen. Und sie warfen Geld für zwei lokale Projekte in einen Topf. Wie wichtig diese Spenden, erzählt Christian im Interview, der in der Herberge zur Heimat e.V. unterschlüpfen konnte.

Die Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Regina Katerndahl und Gottfried Dolinski, Leiter der Stadtteilgruppe Spandau, überreichen die Spende an Kerstin Makowski von Herberge zur Heimat e. V.

Regina Katerndahl und Gottfried Dolinski überreichen die Spende an Staakkato e. V.

Das Wetter zeigte sich zum 20. Grillfest der Stadtteilgruppe Spandau von seiner besten Seite. Die Stimmung auf dem Gelände des Bildungszentrums war entsprechend prächtig, nicht so manche der diskutierten Themen. Gekommen waren Kolleginnen und Kollegen von BMW, Infinera, Osram und verschiedenen Siemens-Standorten, genauso Vertreterinnen und Vertreter des DGB sowie einige Lokalpolitiker und -politikerinnen, die sich insbesondere bei den letzten Konflikten zum Beispiel bei Siemens, Osram oder Infinera an die Seite der Beschäftigten gestellt hatten. Sie suchten das Gespräch mit Vertrauensfrauen und Betriebsräten.

„Ohne die Herberge würde ich auf der Straße leben. Die haben mir das Leben gerettet." Christian

„Dieses Jahr haben wir ein besonders schönes Fest gefeiert, weil alle miteinander leicht ins Gespräch kamen“, fasst Gottfried Dolinski, Leiter der Stadtteilgruppe Spandau, seine Beobachtungen zusammen. Auch die Kinder hatten mit Jörg Fischer wie im letzten Jahr wieder viel Spaß, der für die Kids jede Menge Spiele aus dem Hut zauberte.

Spenden für Staakkato und die Herberge zur Heimat e.V.

Zum zweiten Mal sammelte die Stadtteilgruppe bei den Anwesenden Spenden ein. 856 Euro kamen zusammen und gehen an zwei soziale Projekte in Spandau. „Unsere Tarifverträge sichern unseren Kolleginnen und Kollegen gute Entgeltbedingungen. Dies wird einem immer wieder bewusst, wenn wir soziale Projekte aufsuchen. Und ich bin den Besuchern des Grillfestes dankbar, dass sie mit uns diese Projekte in ihrer Arbeit unterstützen“, sagte Regina Katerndahl.   

Die Hälfte ging an das Jugendhilfeprojekt Staakkato. Dieses legt viel Wert auf die Stärkung der Eigeninitiative und Selbstorganisation von Jugendlichen. Noch in diesem Juli findet unter dem Motto: „Europa erfahren - junge Menschen treffen aufeinander“ ein erster Austausch mit französischen Schülerinnen und Schülern statt. Die Spende kommt zum richtigen Zeitpunkt: „Das Geld ist wie ein Geschenk des Himmels“, sagte Christian Müller, Leiter der Einrichtung. Denn vieles findet selbstorganisiert statt und kann nur gelingen, wenn Staakkato genügend Spenden erhält. Im kommenden Jahr plant das Projekt, dass die deutschen Jugendlichen nach Frankreich zum Gegenbesuch fahren.

Mit der anderen Hälfte unterstützt die Stadtteilgruppe die Herberge zur Heimat e.V. Der Verein beherbergt wohnungslose Menschen und sucht mit ihnen nach Wegen, wie sie gemeinsam Krisensituation überwinden können, zum Beispiel wenn sie verschuldet sind oder mit Süchten kämpfen, genauso bei der Suche nach einer Ausbildung oder einer Arbeitsstelle.

Einmal jährlich fährt eine Gruppe für eine Woche an die Ostsee. „Für viele Menschen ist es die erste Fahrt raus aus Berlin und entsprechend ein besonderes Erlebnis“, berichtet Kerstin Makowski, Fachbereichsleiterin und Ansprechpartnerin für die Aufnahme bei den betreuten Wohngruppen. Das kann der 21-jährige Christian nur bestätigen.

Interview mit Christian
"Als ich im Oktober eingezogen bin, hat mein neues Leben begonnen."

IG Metall: Seit Oktober letzten Jahres wohnst Du in der Herberge zur Heimat e.V. Du hast dort ein WG-Zimmer. Wie wichtig ist die Unterstützung für Dich?
Christian: Ohne die Herberge würde ich auf der Straße leben und nicht wissen, was tun. Die haben mir das Leben gerettet. Als ich im Oktober eingezogen bin, hat mein neues Leben begonnen.

Inwiefern?
Die Menschen dort, zum Beispiel mein Sozialarbeiter, betreuen mich. Mit ihrer Hilfe habe ich eine Arbeit als Sozialassistent in einem Seniorenheim gefunden. Die gefällt mir so gut, dass ich mich um eine Ausbildung zum Sozialassistenten beworben habe. Die Ruth-Cohn-Schule hat mir nun zugesagt.

Im vergangenen Jahr konntest Du mit dem Verein eine Woche nach Usedom fahren. Wie war es dort?
Es war mein erster Urlaub im Leben und ich habe ihn genossen. Wir waren ein gutes Dutzend Teilnehmer plus zwei Betreuer. Wir sind häufig zum Strand, haben gebadet, aber auch die Insel angeschaut. Abends haben wir gemeinsam gekocht. Eigentlich wollte ich nicht mehr zurück. Jetzt aber freue ich mich, dass im August meine Ausbildung anfängt. Das ist eine große Chance für mich.

 


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