Tarifrunde Metall- und Elektroindustrie - mit Berichterstattung

Warnstreiks auch bei Otis, MAN Energy Solutions, GEA Refrigeration, STILL und Hettich

03.11.2022 | Am sonnigen, aber kalten Donnerstagmorgen kamen die Kolleginnen und Kollegen von MAN Energy Solutions, GEA Refrigeration Germany und von Otis zur Warnstreik-Kundgebung in der Otisstraße zusammen. Mehr als 320 Kolleginnen und Kollegen waren dem Aufruf der IG Metall gefolgt und zeigten, dass sie zur Forderung stehen und für diese auch auf die Straße gehen.

Warnstreik-Kundgebung der Beschäftigten von Otis, MAN Energy Solutions und GEA Refrigeration Fotos alle: IG Metall

Beschäftigte von MAN auf dem Weg zur Kundgebung bei Otis

Warnstreik-KUndgebung vor dem Otis-Gebäude am 3. November - alle Fotos: IG Metall

Kundgebung in der Otisstraße mit Beschäftigten von Otis, MAN und GEA

Beschäftigte von Hettich im Warnstreik - Foto: IG Metall

Beschäftigte von Hettich am 3. November im Warnstreik - Foto: IG Metall

Screenshot aus dem digitalen Meeting von STILL

Die Kolleginnen und Kollegen von MAN Energy Solutions und GEA Refrigeration Germany hatten sich ab 9.45 Uhr auf den Weg gemacht, um sich mit den Kolleginnen und Kollegen von Otis vor dem Werktor zu treffen. Die Belegschaft von GEA Refrigeration hat erstmalig an einem Warnstreik teilgenommen.

In seiner Rede an die Kolleginnen und Kollegen sagte Dirk Wüstenberg, Betriebsratsvorsitzender bei Otis: „Das Angebot der Arbeitgeber war ein vorgezogenes Halloween-Geschenk. Das war echt gruselig! Am Ende der dritten Verhandlung hat der Verhandlungsführer der Arbeitgeber für Berlin Stefan Moschko gesagt, er könne uns die Straße nicht ersparen. Und deswegen ist es umso wichtiger, dass wir heute hier sind und für unsere Forderung nach 8 Prozent eintreten.“

„Schämen sich die Arbeitgeber eigentlich nicht für ihr mickriges Angebot?“, fragte ein  Vertrauensmann von Otis während des Warnstreiks.

Regina Katerndahl, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Berlin sagte am Rande des Warnstreiks: „Auch hier sind die Kolleginnen und Kollegen sauer und haben deutlich gezeigt, dass sie bereit sind, für die 8 Prozent weiter auf die Straße zu gehen und Druck zu machen. Die Politik hat durch die Entlastungspakete einen richtigen Schritt gemacht. Jetzt sind die Arbeitgeber in der Verantwortung für die Beschäftigten.“

Zur Warnstreik-Kundgebung kamen viele Beschäftigte vor das Werktor bei Otis, die sonst im Home Office arbeiten.

Pascal Meiser, Bundestagsabgeordneter Die Linke, nahm auch an der Warnstreik-Kundgebung teil: „Es absolut berechtigt, dass Lohnerhöhungen durchgesetzt werden, die nicht sofort von der Inflation aufgefressen werden. Die Tarifforderung ist absolut berechtigt, weil damit ein wichtiger Beitrag geleistet wird, um die soziale Spaltung in unserem Land nicht zu vertiefen.“

„Heute Vormittag sind circa 130 Kolleginnen und Kollegen von STILL dem Warnstreikaufruf der IG Metall gefolgt und haben für eine Stunde die Arbeit niedergelegt. Gut 30 Leipziger Kollegen haben vor dem Tor von vielen vorbeifahrenden Autos lautstarke Unterstützung erhalten. Weitere 90 Kollegen haben im virtuellen Streikraum aus ihren Geräten, dem mobilen Arbeiten oder von ihren Schreibtischen am Ausstand teilgenommen“, berichtet René Bühring, Betriebsratsvorsitzender von STILL Berlin/Leipzig.

Um 12.00 Uhr starteten die Beschäftigten von Hettich in einen zweistündigen Warnstreik. In der Kälte wurde in der Mittagspause gegrillt. Die Stimmung war so gut, dass die Kälte schnell verflog. Sopie Bartholdy, Politische Sekretärin der IG Metall Berlin sagte in ihrer Warnstreikrede: „Wir haben heute gemeinsam den Arbeitgebern die rote Karte für das Angebötchen gezeigt. Das Angebot ist eine Frechheit. Wie sollen wir alle unsere Rechnungen und die hohen Preise für Energie, Gas und Lebensmittel bezahlen?“

Die IG Metall fordert für die rund 100.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Berlin und Brandenburg – davon 70.000 in Berlin – eine Erhöhung der Entgelte und Ausbildungsvergütungen um acht Prozent.

Berichterstattung:

rbb Nachrichtensendung um 13 Uhr - Minute 2:15 bis 3:02

rbb online, 3. November

Handelsblatt online, 3. November

Von: Andrea Weingart

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